akkordeon.online (D)

"Das Repertoire begeistert mit Einfallsreichtum, Virtuosität und Leichtigkeit."

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Aus der Schweiz kommt das Albin Brun Quartett. Mit ihrem im Eigenvertrieb erschienenen neuen Album „Pas de quatre“ haben die vier Musiker eine lebendige und sich einer direkten Zuordnung zu einem bestimmten Stil verwehrende Songlandschaft erschaffen. Die Grundzutaten sind Jazz und Volksmusik mit eindeutig alpendländischem Einschlag, den ein oder anderen Jodler inklusive. Albin Brun am Sopransaxophon und dem herzig betitelten Schwyzerörgeli teilt sich die musikalische Bühne mehr als gerecht mit Akkordeonistin Patricia Draeger, Kontrabassist Claudio Strebel und Schlagzeuger Markus Lauterburg. Wenn man weiß, dass sich das Ensemble als Working Band versteht, die zum einen nicht vor Improvisation – als dritter Zutat – zurückschreckt und zum anderen die Stücke im Prozess der gemeinsamen Proben entwickelt, dann wird klar, dass es hier vor allem um das Miteinander geht. Das bildet sich ab im Zuspielen der Klangbälle und dem Probieren mit musikalischen Farben und Formen auf ihrem kreativen Spielfeld.

Dreizehn Stücke gibt es auf dem Album, das den Viervierteltakt weitgehend scheut. Es geht allerdings auch um Tanz, den „Tanz zu viert“, und getanzt wird hier mehr als nur einmal. Etwa beim Walzer „Im Wandel der Zeit“. Der kommt nicht nur beschwingt und harmonisch wundervoll daher, sondern weiß auch mit allerlei virtuosen Tastenspielereien vor allem Patricia Draegers zu begeistern und überrascht mit einem klar im Jazz verankerten Kontrabasssolo. Harmonisch ist das Quartett mehr als auf einer Linie, was vor allem dann bedeutsam wird, wenn man im halsbrecherischen – ob nun auskomponierten oder improvisierten – Sololauf unterwegs ist, das Chaos sich scheinbar Bahn bricht, nur um dann doch wieder in einer harmonischen Ursuppe zusammenzufinden.

Das Repertoire begeistert bei allem Anspruch mit Einfallsreichtum, Virtuosität und Leichtigkeit. Klanglich braucht sich diese Eigenproduktion vor „den Großen“ (wer immer das heute noch sein mag) keineswegs zu verstecken. Anspieltips: Der jazzige Walzer „Jzzabr!“ und „Im Wandel der Zeit“. 

Wolfgang Weitzdörfer (Januar 2026)

globalsounds.info (Jodok Kobelt)

"Virtuosität, Verspieltheit, Charme und Schalk spielen für das Albin Brun Quartett eine ebenso grosse Rolle wie Sopransax, Schwyzerörgeli, Akkordeon, Kontrabass und Schlagwerk." Rating: ★★★★★

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Virtuosität, Verspieltheit, Charme und Schalk spielen für das Albin Brun Quartett eine ebenso grosse Rolle wie Sopransax, Schwyzerörgeli, Akkordeon, Kontrabass und Schlagwerk.

Zuerst eine Beobachtung mit vielen «Wenn» – und keinem «Aber»: Wenn bereits diese CD im Haus ist, und wenn man diese in den CD-Player reinschiebt, und wenn man so die Datenbank von Gracenote abfragt, erscheint für die neue Scheibe des Albin Brun Quartett die Genre-Bezeichnung „Traditional“. Ich musste laut lachen, denn was in diesen 13 Kompositionen zu hören ist, ist ziemlich weit weg von traditionell.

Alle vier Musiker sind zwar im Umfeld von traditioneller Schweizer Volksmusik gross geworden, waren aber schon immer neugierig genug, um sich auf ihren Reisen rund um die Welt und quer durch die Stile mit den Harmonien und Rhythmen der besuchten Ländern anzufreunden. Dazu kommt noch eine grössere Freundschaft mit dem Jazz. Und so spielen Albin Brun, Patricia Draeger, Claudio Strebel und Markus Lauterburg eine Musik, die einfach die Genre-Bezeichnung «Musik» verdient, nichts Schubladeskes.

Wer schon mal im Ballett war, kennt den Ausdruck «Pas de Deux». Weil hier vier MusikerInnen miteinander tanzen ist es ein Pas de quatre. Tanzen kann man diese Stücke auch zuhause im Wohnzimmer, denn die Rhythmen sind so vertrackt und ungerade, dass man die Schritte besser den Füssen überlässt: Statt 4/4 und 6/8 Taktiges gibt’s hier zuhauf 7/8, 11/8 oder gar ein 15/8 Takt. Die vier musizieren seit Jahren in unterschiedlichsten Projekten und Kostellationen miteinander. Dies ist die erste Aufnahme als Quartett. Man hört die Vertrautheit der Interpreten untereinander, das gemeinsame musikalische Vokabular und die geteilte Klangwelt, denn ohne das käme diese Musik nicht so unangestrengt und locker, so luftig und farbig daher.

Wenn also noch keine CD im Haus ist, sollte man eine bei Albin brun bestellen, um mindestens festzustellen, wie erholsam und erfrischend der zeitweilige Abschied vom 4/4-Takt ist!

Rating: ★★★★★

Jodok Kobelt (September 2025)

 

JAZZ'N'MORE (Richard Butz)

"... ein besonderer Glanz." (PDF)

musikch.com

"... voller Überraschungen und genaues Hinhören macht sehr viel Spass."

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Albin Brun und seine Musiker:innen sind wohl von den umtriebigen Menschen in der Musikszene. Darum wundert es einen nicht, wenn erst jetzt ihr erstes Album erscheint. Neben Albin Brun (Sopransax, Schwyzerörgeli) spielen Patricia Draeger (Akkordeon), Claudio Strebel (Kontrabass) und Markus Lauterburg (Schlagzeug, Perkussion) mit. Der Albumtitel heisst nicht etwa, dass sie nicht vier sind, sondern ist an den Tanz „Pas de Deux“ angelehnt, und weist darauf hin, dass fast kein Stück im 4/4 Takt ist. Dieses Quartett spielt Musik zwischen Jazz, imaginärer Volksmusik und Improvisation. Die meisten Stücke schrieb Albin Brun, je zwei Stücke stammen von Patricia Draeger und Claudio Strebel. Die Stücke wurden von den verschiedensten geographischen Gebieten beeinflusst, wie Bulgarien, Dingle in Irland, dem Elfenauquartier in Luzern, Island, den Karpaten und weiteren Gebieten der Schweiz. Manchmal sind es auch Hommagen an die Akkordeonistin, an sein Örgeli oder den ehemaligen Schweinestall, welcher nun als Probelokal dient. Diese 13 Stücke sind voller Überraschungen und genaues Hinhören macht sehr viel Spass und erweitert das musikalische Spektrum. Wenn jetzt alles etwas verrückt tönt, die Musik bleibt immer auf ihre Art bekömmlich.

Fredi Hallauer (August 2025)