presse
Belarusian pagan ritual songs and Swiss jazz
PRESSE

Midwest Record (USA)

„A clear cut must. Well done“

Bird is the Worm (USA)

„An album that definitely stands out from the crowd. Fun!“

NDR Norddeutscher Rundfunk (D)

„Ebenso erstaunlich wie herausragend“  (Jazz-Album der Woche)

Jazzthetik (D)

„Betörende Klänge (...) Eine Ost-West-Begegnung, deren Ergebnisse einnehmen und bewegen“ *****

Jazzpodium (D)

„Hier ist wirklich eine neue Musik entstanden. (...) Sie entfaltet ihre zum Teil nahezu hypnotische Wirkung mitten in der Gegenwart“ 

Jazzthing (D)

„Das kann man nur bewundern“ 

Melodiva (D)

„Eine ungeheuer spannende Verschmelzung“ 

Fonoteca Svizzera (CH)

„Brillantemente“

Jazzthetik (D)

„Was sind das für Stimmen!“

041 - Das Kulturmagazin (CH)

„Stimmungsvoll“

Kulturtipp (CH)

„Inspiriert“ ****

Jazz'n'more (CH)

„Eine Musik, die von alten Sehnsüchten erzählt, wie sie über die jeweiligen Kulturen hinaus die Menschen bewohnen und berühren.“

JULI Kulturmagazin (CH)

"Lust am Klang und an der Energie"

Jazz n’ more (pdf)

Kazalpin Portrait von Pirmin Bossart

Die Weltwoche

„Das haucht uns, aus Jahrhunderttiefen, Schauer über den Rücken. Authentisch. Im Wortsinn fabelhaft"

Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ

„…eine sehr homogene Verschmelzung… Brun versteht sich offensichtlich als kreativer Diener, dem nichts ferner liegt als die allseits gefürchteten und weitverbreiteten oberflächlichen Weltmusik-Haschees.“

Jazz thing

„Erstaunlich, mit welcher Frische und Vitalität sie die alten Lieder zum Leben erwecken und gleichzeitig etwas völlig Neues schaffen.“

Jazz Podium

„Ein Erlebnis.“

KuL – Kultur in Liechtenstein

„Herrlich inspirierend!“
(CD des Monats)

Jazzthetik

„…fein austarierter Kammerfolkjazz... das Abenteuer glückt...“

Nürnberger Nachrichten

„Der Dialog zwischen Alt und Neu, Ost und West funktioniert mühelos.“

041 – Das Kulturmagazin

„ … von federleichter und doch berührender Schönheit.“

Hessischer Rundfunk hr2

„ … höchst spannende musikalische Begegnung“

Folker

„ Es passt einfach“

Lufthansa

„ Elegant und gleichwohl lebendig begegnen sich traditionelle, gleichwohl ausgefeilte Gesänge und globale Grooves.“

Neue Luzerner Zeitung (pdf)

Volksmusik über die Grenzen hinweg

Neue Luzerner Zeitung

“..ein Highlight.." Die für unsere Ohren ungewohnten archaischen Melodien verschmelzen mit dem virtuos gespielten Jazzgroove des Albin Brun Alpin Ensemble zu einer neuen Einheit.” 

Aargauer Zeitung

„Das Projekt «Kazalpin» und der Versuch, belarussische Stimmen und Melodien von einem Schweizer Orchester begleiten zu lassen, führte in den Händen des Albin Brun Alpin Ensembles zu einer besonderen Intensität.“

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Here' s a wonderful way to open your ears to new and exotic world beat that's based in indigenous Belarus folk music but performed by a world beat crew that doesn't draw all of its members from there. A sweet and smart world/folk/jazz outing that mixes traditional tunes with originals quite seamlessly, it's a vocal driven date where the harmonies fuse so winsomely you don't care that you don't know what they are singing about. A clear cut must for the armchair traveler that wants to delight in previously uncharted waters. Well done.

Chris Spector
Midwest Record

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Intriguing collaboration between the Belarusian folk vocal trio from Akana and the Swiss jazz-folk ensemble Albin Brun Alpin Ensemble. The harmonics are all kinds of cozy warm, and they wrap up melodies that are abundantly friendly and easy to get along with. Plenty of personality to this one, and an album that definitely stands out from the crowd. Fun!

Dave Sumner
Bird is the Worm

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Über alle Grenzen hinweg entwickeln sich im neuen Europa musikalische Begegnungen und Gemeinschaften, die sich vor gar nicht langer Zeit noch niemand vorstellen mochte. "Kazalpin" ist ein ebenso erstaunliches wie herausragendes Beispiel - Instrumentalisten aus der Schweiz und Sängerinnen aus Belarus (wie Weissrussland heute heisst) erweisen sich als klangverwandte Nachbarn.Dabei erweist sich die Eidgenossenschaft am Alpenrand ja schon seit geraumer Zeit als vielgestaltige Kompositionsbaustelle für zeitgenössischen Jazz. Und die traditionelle Volksmusik des Landes nimmt grossen Einfluss auf die Entwicklung dieser Bewegung. Seit Musiker wie Hans Kennel auch das Alphorn jazztauglich machten, wird zudem ein neuer europäischer Klang-Horizont vermessen - der Luzerner Saxofonist Albin Brun, "spiritus rector" von "Kazalpin", auch schon mit eigenen Ensembles angenehm aufgefallen, bringt vor allem eine spezielle Klang-Art des Akkordeons ins Spiel. Mit Patricia Draegers Partner-Instrument beschwört "Kazalpin" den extrem weiten Horizont dieses vielleicht wichtigsten Welt-Instruments. Bassist Claudio Strebel und der furiose Schlagzeuger Marco Käppeli vervollständigen den instrumentalen Part im "Kazalpin"-Ensemble.

Belarussische Lieder

"Akana" heißt das Trio der Sängerinen: Irena Kotvitskaja, Rusia und Nadzeya Tschuhunova bringen (wie schon beim CD-Debüt vor vier Jahren) die heimatlichen Belarus-Lieder mit, die sich mit dem Schweizer Instrumentarium derart intensiv und umstandslos verbinden, dass all das Land und all die trennenden Traditionen auf dem weiten Weg zwischen Schweiz und Belarus schnell vergessen sind. "Kazalpin" und die Lieder vom "Śniežki", also vom "Schnee", sind halt fundamental. Und wenn's mal richtig Winter wird, gibt's Spuren im Schnee ja auch fast überall.

Michael Laages
NDR

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Zur Einleitung der neuen Platte von Kazalpin greift selbst der Schweizer Saxofonist Albin Brun zum Akkordeon. Der Zusammenschluss seines Alpin Ensembles mit den drei Sängerinnen der weissrussischen Gruppe Akana geht in die zweite Runde und liefert erneut betörende Klänge. Im Mittelpunkt stehen die eng gesetzten Frauenstimmen, die sich, von traditionellen Gesängen ausgehend, in klangliche Abenteuer begeben, mal einschmeichelnd rein, dann wieder experimentell und mit Reibungen angereichert. Mit Saxofon, Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug nähern sich die Schweizer neugierig und respektvoll, aber auch mit gehaltvollen eigenen Vorstellungen, verstärken den Zauber oder biegen das Geschehen ins Lebhafte. Eine Ost-West-Begegnung, die auf Widerhaken nicht verzichtet, deren Ergebnisse aber einnehmen und bewegen.

Jazzthetik

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Im Gegensatz zu Politik und Wirtschaft funktionieren musikalische Joint Ventures noch. Das Alpin Ensemble des Luzerner Tenor- und Sopransaxophonisten Albin Brun und das weissrussische Gesangstrio Akana haben bereits 2011 ihre Kooperation auf einer CD dokumentiert. Ungeachtet aller politischen Probleme dauert ihre Zusammenarbeit an und hat mittlerweile ein Level erreicht, das von gewachsener gegenseitiger Achtung und zunehmender Entfernung von gängigen Weltmusik-Jazz-Crossover-Klischees geprägt ist. Hier ist wirklich eine neue Musik entstanden, kein Amalgam zweier Kulturen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Titelmelodie basiert auf einem weissrussischen Volkslied, geht aber hier eine Symbiose, eine Verbindung zum gegenseitigen Nutzen, ein. Die Schweizer erweitern ihr Soundspektrum mit neuen Instrumenten wie dem diatonischen Akkordeon, dem Waterphone, das Klänge produziert, die Walgesängen ähneln, dem Asa Chan, ein Resonanzraum im Stile des Hang, und dem Duduk, ein armenisches Holzblasinstrument. Selbst in den modernen Arrangements behalten die bisweilen archaisch anmutenden weissrusischen Gesänge ihre ursprüngliche Kraft. Die Musik wird nicht museal oder mechanisch zelebriert, sondern entfaltet ihre zum Teil nahezu hypnotische Wirkung mitten in der Gegenwart. Jazz als Mittler zwischen den Kulturen und Zeiten - hier funktioniert dieser hohe Anspruch ohne die zumeist unabsichtlich provozierten Reibungsverluste.

Rainer Bratfisch
Jazzpodium

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Der Schweizer Saxofonist Albin Brun begegnet auf "Sniezki - Schnee" mit seinem Alpin Ensemble dem Frauentrio Akana aus Belarus zum zweiten Mal. Wie sich hier polyrhythmisch helvetisch-lupfige bis bluesige Grooves von Sax, Akkordeon und Bass mit dichten, stellenweise archaisch plappernden und wispernden Chorsätzen der Weissrussinnen ganz selbstverständlich verschränken, das kann man nur bewundern. Melancholisch wird's auch mal, wenn etwa ein Hang-Verwandter die Begleitmuster für Mollgesänge liefert. Und ganz spannend der Vergleich der beiden Schneemeditationen, einmal a-cappella, einmal auf dem diatonischen Knopfbalg.

Stefan Franzen / Uli Lemke
Jazzthing

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Nach dem Debütalbum "East Side Story" begegnen sich auf "Sniezki - Schnee" erneut das Schweizer Albin Brun Alpin Ensemble und das all female Vokaltrio Akana aus Belarus, um "franko-schwyzerische Jazzbilder mit weissrussischen Folkloreweisen zu verweben". Kopf des alpinen Ensembles ist der Tenor- und Sopransaxofonist Albin Brun, er sagt über ihre fünfjährige Zusammenarbeit: "Wir kennen uns inzwischen so gut, dass wir einander vertrauen. Ein wesentlicher Bestandteil des Bandkonzepts sind diese alten belarussischen Lieder. Jeder von uns will, dass sie ihre urwüchsige Kraft, ihre Kernaussage behalten. Gerade wir Jazzmusiker haben überhaupt kein Interesse daran, diese traditionsreichen Stücke mit irgendwelchen Wischiwaschi-Arrangements kaputt zu spielen." Die geteilte künstlerische Offenheit und Neugierde auf die jeweils andere Kunst, das behutsame Sich-Annähern, Aufgreifen, Begleiten und Weiterführen münden in eine ungeheuer spannende Verschmelzung der verschiedenen musikalischen Heimaten. Mit Akkordeon (Patricia Draeger), Saxofon, Flöte, Kontrabass und Schlagzeug, aber auch dem Hang-ähnlichen Asa Chan und einem sog. Waterphone erzeugen die SchweizerInnen mal jazzig-groovige, dann wieder fast meditative Soundlandschaften, die sich aufs Grossartigste mit den schönen Gesängen verbinden. Akana gehört übrigens zu den bekanntesten Formationen der jungen Musikszene von Minsk und besteht aus Irena Kotvitskaja, einer Dozentin für Ethnografie und Folklore, die gerade über Ritualgesänge promoviert, der in Weissrussland bekannten Rocksängerin und Journalistin Rusia sowie der studierten Sängerin Nadzeya Tscuhunova, die sich gerade zur Dirigentin ausbildet.

Mane Stelzer
Melodiva

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Il progetto “Kazalpin” nasce dalla fusione del gruppo vocale bielorusso “Akana” legato alla tradizione musicale del suo paese e dall'ensemble “Albin Brun Alpin Ensemble” legato invece alla musica tradizionale alpina svizzera riproposta sotto una nuova ed interessantissima prospettiva. In questo CD i due ensemble si fondo per miscelare, riuscendoci brillantemente, le due tradizioni. Albin Brun da anni lavora in maniera esemplare il nostro repertorio tradizionale, si vadano per esempio ad ascoltare alcuni suoi magnifici album precedenti fra i quali ritroviamo Albin Brun Alpin Ensemble: Sphères alpines (Bergtöne), Albin Brun's NAH Trio: NAH-Aufnahmen (Alpentöne), Albins Alpin Quintett: Pilatus-Suite (Altrisuoni) oppure lo stupendo album in compagnia del bravissimo cantante Bruno Amstad intitolato “Albireo” ed edito da Bazaarpool, rimiscelando all'infinito le sonorità alpestri arrivando a ricreare delle sonorità assolutamente uniche di grande effetto. Nel progetto Kazalpin Albin si avvale della collaborazione di compagni d'avventura di vecchia data come la fisarmonicista e flautista Patricia Draeger, il contrabbassista Claudio Strebel ed il bravissimo batterista Marco Käppeli.

Romano Nardelli
Fonoteca Svizzera

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Spuren im Schnee - im Projekt Kazalpin begegnen sich Musiker aus Belarus und der Schweiz zu einem vorbildlichen Geben und Nehmen.

Was sind das für Stimmen! Glockenklar und meist ohne Vibrato vereinen sich Irena Kotviskaja, Rusia und Nadzeya Tschuhunova zum leuchtenden Ganzen. Harmonien und Melodien aus den Weiten Osteuropas formen zeitlos-archaische Lieder, die auf der neuen Platte Sniezki - Schnee so viel intensive Direktheit entfalten. Mehr noch: Jene Lieder, welche die drei Damen zum Teil selbst den Menschen in den Dörfern ihrer belarussischen (früher sagte man weissrussischen) Heimat abgelauscht haben, werden im Zusammenwirken mit dem Schweizer „Albin Brun Alpin Ensemble“ in neuen Kontexten heimisch. Das hier zusammengewachsene Gesamtensemble Kazalpin steht symbolisch für die integrative Kraft von Musik: Das Neue, scheinbar Fremde willkommen heissen und damit das Gute weiterentwickeln. Oder nennen wir es einfach Toleranz als Lebenselixier für Musik und menschliches Zusammenleben.

Kazalpin ist ein idealtypisches Beispiel einer solchen Begegnung. In der Schweizer Heimat von Albin Brun und Marco Käppeli, genauer gesagt im Kanton Aargau, werden (wie in anderen Orten und Ländern auch) internationale Kulturpartnerschaften gepflegt. Vor einigen Jahren stand ein Austauschprogramm mit Belarus auf dem Programm. „Wir sind gefragt worden, ob wir uns in Minsk nach interessanten Musikern für eine Zusammenarbeit umschauen könnten. Da sind wir dann auf Irena, Rusia und Nadzeya gestossen“, erzählt Albin Brun die Vorgeschichte. Das Kultur-Austauschprogramm im Kanton Aargau ist inzwischen zwar eingestellt worden, aber aus dem Projekt Kazalpin ist eine Band geworden, die längst in der Schweizer Musikszene gut gefragt ist. Wenn Irena, Rusia und Nadzeya zu Konzerten in die Schweiz reisen, kommen teilweise über 300 Zuschauer zu den Auftritten der Gruppe. „Wir wollen dies auf jeden Fall so lange wie möglich weitermachen“ bekundet Albin Brun. „In Deutschland sind die Veranstalter leider etwas wenig risikobereit, so dass Auftritte von Kazalpin bislang noch Zukunftsmusik sind“, beklagt ihr Labelmanager Volker Dueck.

Wenn die drei jungen Damen aus Belarus auf ihre Schweizer Musikerkollegen treffen, werden die überlieferten Lieder zu etwas Neuem und Grösserem. Und auch zu einer Livemusik, die richtig gut nach vorne losgeht. Neben den Originalliedern bilden vor allem Kompositionen von Albin Brun die Kernsubstanz für fantasievolle Spielfreude. Das rockt manchmal richtig - und es wird auch viel improvisiert. Albin Brun spielt Saxofone, aber auch das schweizerische diatonische Akkordeon sowie die armenische Duduk. „Als ich mal in Kairo war, habe ich dieses Blasinstrument von einem ägyptischen Musiker geschenkt bekommen. Seitdem fasziniert mich dieser Klang – und ich finde, er passt auch in die musikalische Welt dieser Platte hinein“, sagt Brun.

An seiner Seite agiert Patricia Draeger, deren vor Virtuosität sprühendes Akkordeonspiel oft ein ganzes Orchester für sich markiert. Bassist Claudio Strebel sorgt dafür, dass die weiblichen Stimmen-Höhenflüge und fröhlichen Spieleskapaden der Band immer genug solide Bodenhaftung behalten. Und Marco Käppeli greift in vielen Momenten perkussiv ein, nicht nur mit druckvollem Schlagzeugpuls, sondern auch mit allerhand feingewebten Klangteppichen, wie sie die grosse weite Welt der Schlaginstrumente auf diesem Globus hergibt.

All dies hat nun die zweite CD genährt, die sich jahreszeitlich passend Sniezki - Schnee nennt. „Live kommt die Musik noch zupackender daher“ betont Albin Brun. „Für die CD-Produktion haben wir die improvisatorischen Ausflüge eher kurz gehalten.“ Begeisterung schwingt mit, wenn er den Ideenaustausch bei der Entstehung des neuen Materials beschreibt: „Die Stimmung bei unseren Probesessions ist von einem grossen gegenseitigen Respekt für die kulturellen Traditionen geprägt. Wobei es gar nicht immer so einfach ist, die verschiedenen Elemente zusammen zu bringen, weil zum Teil kulturell bedingt unterschiedliche Vorstellungen und Ästhetiken aufeinandertreffen. Aber gerade dieser Prozess ist ja das Spannende an einer solchen Zusammenarbeit.“

Albin Brun, Patricia Draeger, Claudio Strebel und Marco Käppeli sind Schweizer Institutionen in Sachen offener, hellwacher Integration von Kultur. Sie haben etwa in Nordafrika und Asien aus dem unendlichen Reichtum dieses Planeten geschöpft und wenden sich in derselben hellhörigen Frische der eigenen Heimatkultur zu. Ob es in der Schweiz diesbezüglich unverkrampfter zur Sache geht als in Deutschland?

Im frischen Schnee des aktuellen Albums von Kazalpin sind etliche feine Fussstapfen vieler Einflüsse aufzuspüren, wie uf imaginären Landkarten ausgebreitet, auf denen es keine rigiden Trennungen gibt – vor allem nicht solche durch Ideologien oder politische Systeme. Und so lautet auch Albin Bruns Fazit: „Ich sehe in unserer Zusammenarbeit mit den drei Sängerinnen aus Belarus durchaus ein politisches Signal“.

Stefan Pieper
Jazzthetik

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Es ist das erfolgreichste Projekt, das der Luzerner Multiinstrumentalist Albin Brun je gemacht hat: Kazalpin ist die Zusammenarbeit seines Alpin Ensembles mit dem Vokaltrio Akana aus Belarus (Weissrussland). Drei Frauenstimmen mit archaischen Gesängen verweben sich mit Bruns alpinem Jazzfundus. Die alten und oft sehr kurzen Lieder wurden in ihrem Kern so belassen, aber mit heutigen Ideen arrangiert und zu einm Stück geformt. Entstanden ist eine alpin-belarussische Fusion, die auf einem Jazzparkett mit weltmusikalischem Flair tanzt. Die Musik erzählt von alten Sehnsücjten, wie sie über die jeweiligen Kulturen hinaus die Menschen berühren. Das zweite Album von Kazalpin (Cover Heinz Gadient) bringt diesen Brückenschlag der Emotionen stimmungsvoll zum Ausdruck.

Pirmin Bossart
041 - Das Kulturmagazin

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Weissrussland ist ein abgeschottestes Land: Für den Luzerner Albin Brun birgt es Klangschätze, die er mit der Formation Kazalpin behutsam entstaubt. Das Vokaltrio Akana aus Minsk leistet die ethnologische Vorarbeit: Die drei Sängerinnen suchen alte Weisen und legen diese ihren Schweizer Freunden vor. Dann beginnt das gemeinsame Arrangieren und inspirierte Neukomponieren. Kazalpins zweites Album stimmt klangvoll auf die kalte Jahreszeit ein.

Frank von Niederhäusern
Kulturtipp

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2008 hatte das Albin Brun Alpin Ensemble Premiere am Jazz Festival Willisau. Bevor sich das Quartett richtig etablieren konnte, verschmolz es mit dem belarussischen Vokaltrio Akana zu Kazalpin. Was als einmaliges Projekt gedacht war, ist inzwischen zu einer erfolgreichen Band geworden. Das Alpin Ensemble selber ist auf Stand-by geblieben.
Drei Frauenstimmen
„Kazalpin stösst auf eine Resonanz, wie ich es eigentlich mit meinen Bands noch nie so erlebt habe“, bekräftigt Albin Brun. Es gebe Fans, die hintereinander gleich mehrere Konzerte besuchen würden. Da sind drei starke Stimmen und auch drei Frauen, die sich auf der Bühne attraktiv in Szene setzen. Da ist aber auch eine Musik, die von alten Sehnsüchten erzählt, wie sie über die jeweiligen Kulturen hinaus die Menschen bewohnen und berühren.
2009 war Brun mit dem Aargauer Schlagzeuger Marco Käppeli nach Belarus (Weissrussland) gereist, um für eine belarussisch-schweizerische Kooperation nach geeigneten Frauenstimmen Ausschau zu halten. Initiiert wurde das Projekt vom Kulturkontakt Aargau-Belarus. Neben Brun und Käppeli gehören Patricia Draeger (Akkordeon) und Claudio Strebel (Bass) zum „alpinen Teil“ von Kazalpin.
Nach der Premiere im April 2010 und einer ersten Tournee wurde 2011 die CD „East Side Story“ aufgenommen. Inzwischen hat Kazalpin zwei Tourneen in Belarus und fünf Tourneen in der Schweiz gemacht, mit Abstechern nach Italien und Deutschland. Nun wird der Faden wieder aufgenommen.
Schnittstelle Jazz
Die archaischen Gesänge aus Belarus haben etwas Beschwörendes und Rituelles. Sie lassen von ferne an die Alpsegen und Kuhreihen denken, die ebenfalls aus vorchristlicher Zeit stammen. Brun: „Hier ergibt sich auch die Schnittstelle zum Jazz, der ja im Grunde immer auch eine Antithese zur makellos polierten Musikästhetik gewesen ist.“ Die meisten Arrangements stammen von Albin Brun und Irena Kotvitskaja. Manchmal ist auch die ganze Band beteiligt, um eine Idee weiterzuentwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist „Iskarka-Pryhauka“,  wo mit der Flöte (Patricia Draeger) und dem Waterphone (Albin Brun und Marco Käppeli) neue Klänge einfliessen und frische Interaktionen spürbar werden. Eine zusätzliche Klangfarbe bringt Marco Käppeli mit dem Instrument „Asa-Chan“ ein, das auch als „Hang“ bekannt ist.
Duo, Trio, Quartett
Albin Brun ist ein äusserst vielbeschäftigter Musiker. „Ich habe oft Mühe, Projekte zu beenden, weil sie so viel Freude machen. Die Kehrseite ist, dass ich schlicht nicht alle mit der gleichen Intensität weiterverfolgen kann.“  Neben Kazalpin ist er mit dem Albin Brun Trio und Isa Wiss, dem NAH Quartett und dem Duo mit Bruno Amstad präsent. Auch mit Patricia Drager hat er ein Duo, das nächstes Jahr seine erste CD veröffentlicht.

Pirmin Bossart
Jazz'n'more

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Lust am Klang und an der Energie

Die europäischen Kunstmusiken – in erster Linie Jazz und Neue Musik – reklamieren für sich selbstbewusst theoretische und ästhetische Relevanz. Daneben fliesst in unserem Musikleben aber eine Art Unterströmung. Sie wird genährt von Musikerinnen und Musikern, die sich dem unmittelbar Zugänglichen, Alltäglichen, Expressiven und Narrativen in der Musik verschrieben haben. Und weil sich solches naturgemäss vor allem in Volkstraditionen und funktionaler Musik findet, definieren sich viele davon als Volksmusikanten, Theatermusiker, Gebrauchsmusiker und so weiter. Sie finden das selber unbefriedigend. Tatsächlich sind sie Teil von etwas Grösserem: der Arbeit am emotional Alltäglichen und Sozialen in der Musik.
Albin Brun ist ein typischer Vertreter dieser Bewegung unter dem Radar des Akademischen: als Jazzer, Spieler eines modifizierten Schwyzerörgelis, Blasmusikant, Folk-Adept, Bühnenmusiker zwischen allen Stilen und Szenen. Und als «Musikforscher» einer, der sich, wie so viele seines Kalibers, selber unterschätzt. Weil seine Neugier gegenüber dem, was unmittelbar Spass macht in der Musik, der prätentiösen «Hochkultur» keine veredelnde Gedankenarbeit wert ist.
Ein typisches Kennzeichen dieses Unterstroms ist das unablässige Suchen nach Kombinationen lokaler Ausprägungen von Gebrauchsmusiken, die sich gegenseitig befruchten und reiben. Eine solche hat der «Kulturkontakt Aargau-Belarus» einst angestossen. Er hat Bruns Alpin Ensemble mit dem weissrussischen Frauenensemble Akana zusammengebracht, das vorchristliche Ritualgesänge seiner Heimat wieder zum Leben erweckt.
Gemeinhin assoziiert man spirituelle Musik mit ausgreifenden, weit atmenden, offenen Linien, sich abstrakt entwickelnden Bögen, die Ewigkeit und Transzendenz assoziieren und die Trance suchen. Ganz anders der spirituell inspirierte Klangkosmos Bruns und der Weissrussinnen: Die organonartigen, durchdringend vokalisierten kleinteiligen Phrasen entwickeln sich nicht, sie wuchern eher oder türmen sich ziegelsteinbautenartig auf, in immer wieder anderen Facetten. Die einfachen, klar strukturierten Mehrklänge der Sängerinnen werden – dem Schweizer Jodel nicht unähnlich – durch Verzierungen, reine Intervalle und klug gesetzte Dissonanzen interessant. Möglich, dass die Melodieformeln einst endlos repetiert auch der Tranceinduktion dienten. In der Kombination mit dem Schweizer Ensemble erinnern sie aber eher an verspielt-animierte Kehrreime, die aus lauter Lust am Klang und an der Energie immer neu durchdekliniert werden.
Nicht jeder gut gemeinte, künstlich angestossene Kulturkontakt, der nicht innerer Notwendigkeit folgt, gelingt. Die Klangwelten der Gruppe Kazalpin ergeben jedoch ein in sich stimmiges Ganzes. Vielleicht auch, weil sie sich nicht in die Quere kommen: Das Instrumentale ist dem Alpentrüppchen vorbehalten, das Vokale den Osteuropäerinnen. Reibungen, wie sie sich bei Ensembles ergeben, welche die gleichen akustischen Nischen besetzen, sind so vordergründig vermieden.

Wolfgang Böhler
JULI Kulturmagazin

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„Alpabzug ins weissrussiche Tiefland"

Es ist nicht nur, aber ein in der Schweiz besonders sichtbares Phänomen. Der Umgang mit der Volksmusik hat viele improvisierende Musiker (formerly known as „Jazzer“) vitalisiert. Und umgekehrt. Dass sich vorwiegend junge Musiker mit Erfahrungen aus ganz anderen Zusammenhängen mit ihren roots beschäftigten, hat die lange doch sehr traditionell reglementierte, im Konformismus der medialen Folkloristik schändlich trivialisierte Volksmusik ihrerseits neu belebt. Ihr anarchisches Potenzial entdeckten nicht die Preisrichter von Jodelwettbewerben. Eine der zentralen Figuren dieser neuen, aufs Urtümliche mehr als auf Orthodoxie ausgerichteten Generation ist der Innerschweizer Albin Brun. Seit vielen Jahren (er hat den Jahrgang 1959) befasst er sich in unterschiedlichsten Formationen mit dem Abtransport folkloristischer Klischees und dem Gewinn eines freien Blicks. Nicht aufs Mittelmeer, sondern vielmehr auf die Alpen, auf deren (keineswegs nationalen) authentischen Sound. Und darüber hinaus, denn wer nur von alpinen Echos etwas versteht, versteht auch die nicht recht.
Früh schon, in den siebziger Jahren, war Brun im Sog der Folk-Bewegung fasziniert von südost- und mitteleuropäischen Volksmusiken. Jetzt hat er ein Projekt realisiert, in welchem sein Alpin Ensemble (neben ihm an Saxofonen, Schwyzerörgeli, Flöte und dem balkanischen Duduk Patricia Draeger am Akkordeon, Claudio Strebel am Bass und Marco Käppeli am Schlagzeug) auf ein Trio von weissrussischen Sängerinnen trifft, das Ensemble Akana (Irena Kotvitskaja, Rusia, Nadzeya Tschuhunova). Nun bin ich ja längst ein Skeptiker jener inflationär angeschwollenen Jazz meets the world-Welle, in der, nach Abschleifen aller Kanten und Ecken, alles mit allem zusammengeht. „Kazalpin“ (so heisst Bruns Scheibe, und im Untertitel etwas zu witzig „East Side Story“) ist das Gegenteil. Sie sucht die Reibungen. Und in den alten Volksgesängen so etwas wie die Begegnung mit dem Archaischen. Das haucht uns, aus Jahrhunderttiefen, Schauer über den Rücken. Authentisch. Im Wortsinn fabelhaft.

Peter Rüedi
Die Weltwoche

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„Brun versteht sich offensichtlich als kreativer Diener, dem nichts ferner liegt als die allseits gefürchteten und weitverbreiteten oberflächlichen Weltmusik-Haschees.“

Gesungen wird dagegen viel beim Projekt Kazalpin, bestritten von drei Sängerinnen von Akana, die aus Weissrussland stammen und ihre Traditionen ähnlich den Frauenchören aus Bulgarien pflegen. In den Vokalfarben, der Jugend und Schönheit ihrer Stimmen, ihrem Forscherdrang in den ländlichen Gebieten und ihrer Offenheit gegenüber Ausbrüchen und Experimenten sind sie enge Verwandte des bulgarischen Eva Quartet. Akana kommt bei dieser CD „East Side Story“ mit dem Albin Brun Alpin Ensemble aus der Schweiz zusammen. Einem ersten Treffen in Minsk folgten lange Proben und Konzerttourneen, so dass eine sehr homogene Verschmelzung der zum Teil sehr alten heidnischen Gesänge mit den Rhythmisierungen, Verarbeitungen, Kommentaren und improvisatorischen Zwischenspielen der Jazzmusiker (Akkordeon, Bass, Schlagzeug, verschiedene, auch volkstümliche, Blasinstrumente) zustande kommt. Albin Bruns Arrangements vertiefen sich mit Ehrfurcht in die folkloristischen Vorlagen, paraphrasieren sinnfällig die melodischen Elemente. Brun lädt vorsichtig zu Dialogen ein, versteht sich offensichtlich als kreativer Diener, dem nichts ferner liegt als die allseits gefürchteten und weitverbreiteten oberflächlichen Weltmusik-Haschees.

Ulrich Olshausen
Frankfurter Allgemeine Zeitung

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„Erstaunlich, mit welcher Frische und Vitalität sie die alten Lieder zum Leben erwecken und gleichzeitig etwas völlig Neues schaffen.“

Ein Joint Venture zwischen seinem Schweizer Alpin Ensemble und den drei Sängerinnen von Akana aus Weissrussland schwebte Albin Brun, Saxofonist und Mastermind des eidgenössischen Quartetts Kazalpin, vor -  und mit der „East Side Story“ ist ihm mehr als das gelungen. Über 1000 Jahre alt sind die Lieder zum Teil, und dass sie jetzt in der Sprache des Schweizer Jazz wieder auferstehen, ist eigentlich eine aberwitzige Geschichte. „Wir haben die Ersten, die diese Lieder sangen, nie gesehen“, schreiben die Frauen von Akana mit leiser Ehrfurcht in den Liner Notes. Umso erstaunlicher, mit welcher Frische und Vitalität sie sie zum Leben erwecken und gleichzeitig durch die ganz anders geartete Welt der vier Schweizer etwas völlig Neues schaffen. Diese Experimentierfreude durchzieht die ganze CD, macht die Lieder konsumierbar und mitreissend. Dennoch bleibt da etwas völlig Fremdes, das hier in Westeuropa nie ganz verstanden werden wird. Und das, um mal wieder den alten und neuen Regierenden Bürgermeister von Berlin zu zitieren, ist auch gut so.

Rolf Thomas
Jazz thing

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„Ein Erlebnis.“

Ohne Glamour, dafür mit einem Füllhorn spannender Ideen geht es beim Projekt Kazalpin zu. Das weissrussische Vokaltrio Akana und das Schweizer Albin Brun Alpin Ensemble zeichnen auf „East Side Story“ mit einer Verbindung traditioneller belarussischer Gesänge mit (weitgehend) jazzbasierten Grooves Klangbilder, die sowohl voller archaischer Weite, wie treibendem urbanem Puls sind. Ein Erlebnis.

Jazz Podium

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„Herrlich inspirierend!“
(CD des Monats)

Im Herbst 2009 machten sich zwei Schweizer nach Belarus (Weissrussland) auf, um die passenden Frauen zu finden. Wie viele davon, war zu Beginn noch nicht klar. Eine oder dreissig? Wenn es sich um klanglich-stilistische Verschmelzungen handelt, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Begegnung mit den Stimmen der drei Sängerinnen der Band «Akana» machte weiteres Suchen überflüssig. Saxofonist Albin Brun und Schlagzeuger Marco Käppeli hatten ihre Partnerinnen für eine schweiz-belarussische Kooperation gefunden. Irena Kotvitskaja, Rusia und Nadezya Tschuhunova bilden eine der bekanntesten Formationen der jungen Musikszene von Minsk. Wie das schweizerische «Albin Brun Alpin Ensemble» interessieren auch sie sich für die (Erweiterung der) musikalischen Schnittstellen von Tradition und Gegenwart. Mit dem Zusammenschluss der beiden Ensembles nun war die Formation Kazalpin geboren. Ihr Debütalbum «East Side Story» überzeugt als unerhörtes Experiment. Durch die Verbindung von archaischen belarussischen Ritualgesängen aus vorchristlicher Zeit und jazzalpinen Elementen wird es aber auch zum kreativen «Tondokument interkulturellen Erbes». Mündliche Tradition aus Ost und West findet ebenso Platz, wie die elaborierte Notation ausgefuchster Rhythmen, Melodien und Harmonien. Herb und ungeschliffen, und dennoch kristallklar dringen die geradlinigen weissrussischen Frauengesänge an unser Ohr, nehmen sich (Alpen-)raum und hallen sozusagen als Verwandte des Alpsegens an schroffen Felsen wider. Hier tragend-treibende Fläche für die groovenden Instrumentalparts; dort mäandernd in chorischen Harmonien, sind sie integrativer Bestandteil der Arrangements und Gegenpol zum tief verwurzelten Alpensound gleichermassen. Herrlich inspirierend!

Denise Kronabitter
KuL – Kultur in Liechtenstein

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„...fein austarierter Kammerfolkjazz... das Abenteuer glückt...“

Eine weit grössere Distanz als die zwischen Österreich und Ex-Jugoslawien überspannt das Projekt Kazalpin. Zur Erarbeitung seiner East Side Story hatte das Albin Brun Alpin Ensemble bereits 2009 die drei Sängerinnen der weissrussischen Gruppe Akana in die Schweiz eingeladen. Nach den Probephasen und mehreren erfolgreichen Tourneen sind die Früchte der internationalen Begegnung nun auf CD zu hören. Das Abenteuer glückt, weil sich die beiden Gegenüber gerade wegen aller Unterschiede viel zu sagen haben und offen aufeinander zugehen. Das Quartett um Saxofonist Albin Brun, in dem Akkordeonistin Patricia Draeger für vielfarbige Harmonien sorgt, bietet fein austarierten Kammerfolkjazz. Die obertonreichen, geraden Stimmen der Akana-Sängerinnen verraten tiefreichende Erfahrung mit archaischem Volksgesang, den sie mit grosser Experimentierfreude in den neuen Rahmen einpassen. Bisweilen werden Erinnerungen an die Zusammenarbeit des Moscow Art Trio mit dem bulgarischen Chor Angelite wach.

Jazzthetik

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„Der Dialog zwischen Alt und Neu, Ost und West funktioniert mühelos.“

Ungewöhnliche Klangkombinationen sind in der Weltmusik gang und gäbe. Das Bandprojekt Kazalpin sucht Verbindungslinien zwischen der Schweiz und Weissrussland. Dahinter steckt das Alpin Ensemble des Schweizer Jazzmusikers Albin Brun, der in Minsk das Gesangstrio Akana entdeckt hat. Das hörenswerte Ergebnis dieser musikalischen Begegnung heisst „East Side Story“. Erstaunlicherweise funktioniert der Dialog der drei Sängerinnen aus Belarus mit dem Schweizer Jazzquartett, zwischen Alt und Neu, Ost und West mühelos.

Steffen Radlmaier
Nürnberger Nachrichten

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„...von federleichter und doch berührender Schönheit.“

In den Ostalpen

Im September 2009 entdeckten Albin Brun und Marco Käppeli vom Alpin Ensemble in Minsk die Gruppe Akana. Irena Kotvitskaja, Rusia und Nadzeya Tschuhunova interpretierten weissrussische Gesänge, die zum Teil noch aus vorchristlicher Zeit überliefert sind. Nach einer gemeinsamen Tournee veröffentlichen Akana und das Alpin Ensemble – mit Albin Brun (Saxofon, Schwyzerörgeli), Patricia Draeger (Akkordeon), Claudio Strebel (Kontrabass) und Marco Käppeli (Schlagzeug) – unter dem Namen Kazalpin nun die CD „East Side Story“. Überaus selbstverständlich fliessen die alten Ritualgesänge und die Kompositionen von Albin Brun ineinander, und genauso ungezwungen schreiten die traditionellen Musiken aus Belarus und der Schweiz durch die offenen Türen des Jazz. Nur in den schwächsten Momenten etwas gar lieblich, ist die Musik von Kazalpin immer wieder von federleichter und doch berührender Schönheit.

Christoph Fellmann
041 – Das Kulturmagazin

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„...höchst spannende musikalische Begegnung“

Ost und West treffen in der Formation Kazalpin aufeinander, hohe Berge und flaches Land. Was auf den ersten Blick so gar nicht zu einander passen will – archaischer Volksgesang aus Weissrussland und moderner Jazz aus der Schweiz – das verbindet sich auf harmonische Weise und sorgt für berührende Klangerlebnisse.

Treibende Kraft in diesem Projekt ist der Saxophonist  Albin Brun, der bereits mit der Fusion von Schweizer Volksmusik und Jazz auf einschlägigen Festivals für Furore sorgte. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger seines Alpin Ensembles ist er nach Minsk, in die weissrussische Hauptstadt gereist, und hat dort jede Menge Ensembles gehört und kennengelernt. Die Wahl fiel schließlich auf das Trio Akana, mit dem es auf der CD „East Side Story“ zu einer höchst spannenden musikalischen Begegnung kommt. Mit großem Respekt und gleichzeitig grosser Experimentierfreude prüfen die Drei von Akana die alten Melodien auf ihre Jazztauglichkeit. Und das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen.

In den Heimatländern der beteiligten Musikerinnen und Musiker hat das Projekt bereits begeisterte Zustimmung erfahren. Ein Projekt, das vorchristliche Gesänge aus Osteuropa mit modernem eidgenössischen Jazz verschmilzt. Geht nicht, ist man geneigt zu glauben, doch die CD belehrt eines Besseren. Fein aufeinander abgestimmt erweisen sich die 12 Stücke des Albums. Manche davon rein a-cappella, manche instrumentale Jazzkompositionen von Mastermind Albin Brun und viele schaffen auch kompositorisch eine Verbindung zwischen Ost und West. Sie greifen weit aus, entwickeln das Miteinander langsam und behutsam. Die CD „East Side Story“ dokumentiert die gut ausgeleuchtete Begegnung zweier Welten, die so viel trennt, und die sich doch so viel zu sagen haben.

Imke Turner
Hessischer Rundfunk 2 (CD der Woche)

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„Es passt einfach“

Das Quartett des Luzerner Jazzsaxophonisten Albin Brun und die drei Damen des weissrussischen Gesangstrios Akana kreieren auf kompetente und charmante Weise musikalische Stimmungsbilder aus franko-schwyzerischen Jazz- und weissrussischen Folkloretraditionen, wobei sich weder die West- noch die Osteuropäerinnen verbiegen müssen: Es passt einfach.

Folker

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„Elegant und gleichwohl lebendig begegnen sich traditionelle, gleichwohl ausgefeilte Gesänge und globale Grooves“

Das Projekt Kazalpin vereint drei Sängerinnen aus Weissrussland und vier Schweizer Musiker. Elegant und gleichwohl lebendig begegnen sich traditionelle, gleichwohl ausgefeilte Gesänge und globale Grooves, interessante Melodien und jazz-inspirierte Solos von Akkordeon, Saxophon, armenischem Duduk.

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Volksmusik trifft auf archaische Melodien

Das Konzert, das die Gruppe Akana aus Minsk zusammen mit dem Albin Brun Alpin Ensemble in der alten Kirche gab, bedeutete ein weiteres Highlight in der Reihe „Boswil Surprise“ des Künstlerhauses Boswil. (…) Die vier Musiker des Alpin Ensembles lassen sich zwar von traditionellen Klängen und Harmonien der Schweizer Volksmusik inspirieren, folgen dann aber eigenen musikalischen Intentionen. Sie variieren die Motive und lassen der Improvisation einen breiten Raum. So auch in der Zusammenarbeit mit den drei stimmgewaltigen Sängerinnen von „Akana“. Der reine Vokalgesang geht nahtlos über ins gemeinsame Musizieren und weiter zum Instrumentalspiel mit kurzen Soli. Die für unsere Ohren ungewohnten archaischen Melodien verschmelzen mit dem virtuos gespielten Jazzgroove des Albin Brun Alpin Ensemble zu einer neuen Einheit. Es klingt, als ob die beiden Formationen das gemeinsame Musizieren schon länger praktiziert hätten. (...) Die Zuschauer bedankten sich mit einem lang anhaltenden Applaus.

Hansruedi Hürlimann
Neue Luzerner Zeitung

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Das A-cappella-Wunder aus Minsk
Osteuropäischer A-cappella-Gesang und alpine Musik mit Jazzeinschlag

 

(…) Die Schweizer Konzerte waren sehr gut besucht, viele ausverkauft. Es spricht fürs Schweizer Publikum, auch und vor allem in den Kleinstädten, dass kulturelle Begegnungen ganz offensichtlich interessieren. Das Projekt «Kazalpin» und der Versuch, belarussische Stimmen und Melodien von einem Schweizer Orchester begleiten zu lassen, führte in den Händen des Albin Brun Alpin Ensembles zu einer besonderen Intensität. Die Fremdheiten der jeweils anderen Musiktradition schmolzen sichtbar und hörbar ineinander. Was hier fröhlich und melancholisch entstand, war das Glück der Verständigung.

Albert Kuhn
Aargauer Zeitung

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