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Tagesanzeiger
„Albin Brun darf zu den herausragenden Figuren der Neuen Volksmusik gezählt werden.“ (pdf-Datei)


Coopzeitung
„Seine Musik verbindet Folk und Jazz. Verwurzelt in den Innerschweizer Bergen, erzählt sie uns von fernen Welten und Menschen“ (pdf-Datei)


Kulturtipp
Interview (pdf-Datei)


Programmzeitung zum Jazzfestival Schaffhausen 2004
"Bergmusik mit Weitblick"


Balts Nill in "Spuren" über Albin Brun
"Chlingen, Tumli, Musflue, Mondmilchloch..."


Radiomagazin
"Albin Brun hat einen schöneren und berückenderen Ton als fast alle Saxofonisten hierzulande."
 

Black in Radio
"E' questa un'opera discografica realmente preziosa, un autentico monumento sonoro dedicato dal polistrumentista Albin Brun alla vetta Pilatus."
 

The Improvisor
"The music is moving and interesting - a special treat I promise!"
 

Jazz Notes
"Ainsi, ce conteur musical helvétique nous transmet d'une façon traditionelle, folklorique avec la modernité qui s'impose, sa vision passionnée de ce sommet mythique et de ses environs. On s' y croirait."


Revue
"Chacque pièce exprime toutefois une sorte d'interactivité entre la calme de ces paysages et l'état d'esprit d'un musicien qui parvient à partager ses émotions."


Albin Brun – Bergmusik mit Weitblick

 Lange  ist´s her, da Albin Brun als Strassenmusiker durch Europa tingelte, unbeschwert in den Tag hinein lebte, sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, aber die Musik immer zuvorderst stellte, alle möglichen Instrumente spielte, an jeder Ecke und wo immer eine Kleinbühne frei war. Es war die Folkzeit der Siebziger Jahre. Festival Lenzburg. Folkclub Luzern. Alte Schweizer Lieder, Irisches, Rumänisches, Süditalienisches, Learning by doing. Eine Szene ohne Künstlichkeit und Kulturmanager. Es war die Basis, die so lange gehalten hat, dass Albin Brun nach Jahren mit Jazz, Theatermusik und freier Improvisation plötzlich wieder dort war, von wo er aufgebrochen  war. Bei den alten Klängen, die er neu transformierte.

Absoluter Glücksfall

 Auslöser dieses Prozesses war der Pilatus, die Gebirgslandschaft vor den Toren Luzerns, die Albin Brun bis heute gerne durchstreift. „Pilatus“ und „Pilatus Suite“ heissen seine beiden letzten Alben, mit denen der Multiinstrumentalist nicht nur ein grosses Echo auslöste, sondern zum erstenmal spürte, dass das jetzt definitiv seine Musik war. „Ich habe immer danach gesucht, etwas Eigenes zu machen. Mit dem Pilatus-Projekt habe ich eine Form gefunden dafür.“ Angekickt wurde er 1999 mit dem Förderpreis der Gemeinde Kriens am Fusse des Pilatus, wo er damals noch wohnte. Mit den 15´000 Franken hat er sich ein gutes Aufnahmegerät gekauft, seine musikalischen „Pilatus“-Skizzen in Form gebracht und damit eine CD produziert.

 Als einen „absoluten Glücksfall“ bezeichnet Albin Brun diesen Preis – womit doch einmal bewiesen wäre, dass lokale Kulturförderung nicht nur eine schulterklopfende Pflichtübung ist, sondern auch Neues in Gang setzt. „Pilatus“ wurde eine Solo-CD, die Albin Brun im Overdub-Verfahren in seinem Atelier einspielte. Teils legte er bis zu 18 Spuren übereinander, in immer wieder neuen Konstellationen von diversen Saxophonen, Akkordeon, Gitarre, Toy-Piano, Piano, diversen Flöten, Feldaufnahmen, Stimme, Spielzeuginstrumenten, Alltagsgegenständen, Melodica und Perkussion. Dazu kam für einige Stücke die Stimme von Bruno Amstad, mit dem er seit Jahren immer wieder im Duo auftritt.

Der zersplitterte Berg

 Der Pilatus, Luzerns Hausberg, ist der erste Felsenriegel, der sich Richtung Süden aus dem Mittelland erhebt. Ein wuchtiges Massiv mit einem langen Rücken, der sich bis ins Entlebuch krümmt. Ursprünglich „fractus mons“ geheissen, „zersplitterter Berg“, lag der Pilatus während Jahrhunderten im Nebel einer finsteren Sage. Angst und offizielle Verbote sorgten dafür, dass sich nur wenige ins Pilatusgebiet wagten. Noch 1564 kamen zwei Männer in den Turm, weil sie den Frevel begangen  hatten, den Berg zu besteigen. Gemäss Sage war der Geist des römischen Statthalters Pontius Pilatus, der im Pilatusmassiv sein Unwesen trieb, von einem „fahrenden Schüler aus Salamanca“  in einen kleinen See gebannt worden. Nur am Karfreitag durfte er jeweils, in blutbeflecktem Richtergewand, heraussteigen.

 Der Berg hat die Sage schon längst überdauert. Touristen aus aller Welt haben ihn bestiegen, Einheimische nutzen ihn als Naherholungsgebiet.  Den Pilatus hat das nicht erschüttert. Wind und Wetter haben ihn rau und urtümlich gehalten. Für schweizerische Verhältnisse ist er geradezu eine Wildnis am Rande einer Kleinstadt geblieben – und für naturverbundene Menschen wie Albin Brun eine Inspiration. Schon als kleiner Bub hat er mit seinem Vater den Pilatus bestiegen, ist durch den Hochwald und über die Kreten gewandert, hat die Plätze und Landschaften kennen gelernt, deren Namen heute seine Stücke tragen.

 Mondmilchloch. Chlingen. Ämsigenplanggen. Chretzen. Widderfeld. Chastelendossen. Heitertannli. Goldwang. Laubrisleten. Starrenwang. Schy.

 Heimatlich-Experimentelles

 Für Albin Brun sind das nie nur Namen gewesen, sondern Katalysatoren für Bilder, Klänge, Imaginationen. Daraus hat er seine Musik geschöpft. Sie ist erfüllt mit besinnlichen Stimmungen,  kann aber auch schräg und lüpfig werden. In seinen Pilatus-Stücken mischen sich experimentelle Spieltechniken mit heimatlichen Traditionen. Das alte Wort Sehnsucht trifft auf das neue Wort Ambient. Heimat blinzelt in die Globalität.

 Letztes Jahr erschien die CD „Pilatus-Suite“, auf der Albin Brun seine alpin gefärbte Musik weiter entwickelt hat. Diesmal kam der Anstoss vom Festival „Alpentöne“ in Altdorf. Er wurde eingeladen,  das Pilatus-Projekt aufzuführen. Nur: Wie sollte er das technisch bewerkstelligen? Die Lösung war bald klar: „Ich stellte eine Band zusammen, arrangierte die Stücke um, ergänzte sie und schrieb neue Kompositionen. Dann brachte ich alles in eine suitenartige Abfolge.“ Albins Alpin Quintett war geboren.

 Die Musiker kannte Brun aus früheren Bands oder Projekten. Mit Marco Käppeli (Schlagzeug, Perkussion, Baby-Alphorn) und Marc Unternährer (Tuba, Alphorn, Melodica) spielt er bei der Interkantonalen Blasabfuhr, mit Pascal Bruggisser (Akkordeon, Toy-Piano) bei Kraanich. „Roland von Flüe war der erste, der mir für das Live-Projekt in den Sinn kam. Sein Tenorsax ist wie ein Alter Ego zu meinem Spiel. Bassklarinette liebe ich sowieso. Und Roli hat einen starken Bezug zu den Bergen.“

 Offen für alles

 Mit dem Alpin Quintett hat Albin Brun einen Kreis geschlossen, der in seiner Folkzeit begann: Mit seiner allerersten Gruppe hatte er vor 25 Jahren ausschliesslich alte Schweizermusik gespielt. Auch alle späteren musikalischen Erfahrungen sind in seinen Kompositionen verarbeitet. Volksmusik, Jazz, freie Improvisation. „Ich war immer offen für alles, und ich bin es heute noch.“ Nach der Folkzeit absolvierte Albin Brun ein Studium an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern und besuchte, teils parallel, Kurse an den Jazzschulen in Luzern, Bern und St. Gallen. Nur Rockmusik hat er ausgelassen. „Da hatte ich nie einen grossen Draht dazu. Als Jugendlicher fühlte ich mich in den Discos ziemlich verloren.“

 Albins alpine Musik strahlt eine tiefe Ruhe aus. Die Grundstimmung  ist heiter-melancholisch. Aber da sind auch Schalk und Ausgelassenheit. Freie Jazzimprovisationen fahren ins Volkstümliche, Archaisches mischt sich mit Sakralem, alte Tanzmelodien rufen zum Fest, Karges und Atmosphärisches hat seinen Platz. „Galtigen“ gar klingt wie eine voralpine Replik auf Albert Ayler. Es ist eine alpin verortete Heimatmusik, die auch Jazzeinflüsse und südliche Folkloren integriert und sich nicht geniert, Seele zu haben. „Das Erzeugen von Stimmungen  mit akustischen Instrumenten ist mir wichtig. Ich bin kein Technikfreak.“

 Für Albin Brun ist die Pilatus-Musik wie ein Befreiungsschlag.  Er habe immer darunter gelitten, „dass die Schweizer ein so komisches Verhältnis zur Volksmusik haben“. Brun, der selber jahrelang südosteuropäische oder irische Volksmusik gespielt hat, erinnert an das Standarderlebnis, wenn Schweizer im Ausland aufgefordert werden, etwas aus ihrer Kultur zu singen oder zu spielen, und dann wie ein Esel am Berg stehen. „Eine Katastrophe.“ In andern  Regionen, etwa in Georgien, in Griechenland  oder in der Bretagne, habe er das Gegenteil erlebt. „Wo Leute sich mit ihrer Volksmusik identifizieren, kann sie eine unglaubliche Kraft entwickeln. Da muss sie nicht einmal rhythmisch oder harmonisch neu aufbereitet werden.“

 Ein heikles Gebiet

 Albin Brun ist sich bewusst, dass die Verbindung von Volksmusik und Jazz inzwischen eine Modeströmung geworden ist „und man schnell in den Verdacht gerät, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen“. Es sei nie seine Intention gewesen, die einheimische Volksmusik zu erneuern oder Ländler aufzupeppen. „Ich will meine eigene Musik machen, mit dem, was hier gewachsen ist, aber trotzdem mit einem weiten Horizont.“ Das freie Spiel ist nach wie vor wichtig. Mit Heimattümelei hat er nichts am Hut. „An der Schweizer Volksmusik schätze ich besonders die archaischen Sachen wie Zäuerli, Naturjuuz, Chüereihen, Alphorn. Aber das ist ein heikles Gebiet. Da kann man nicht selten in eine komische Nachbarschaft geraten.“

Seit Jahren verdient sich Albin Brun den Lebensunterhalt mit einem Teilzeit-Pensum Saxophon-Unterricht an der Kantonsschule Luzern. Allein von seinen musikalischen Projekten könnte er - mit einer Familie und drei Kindern - nicht leben. Als zunehmend belastend empfindet er den administrativen Aufwand, um die nötigen Gigs zu mischeln, mit seiner Musik präsent zu sein. Wenn immer möglich  geht er in die Natur, steigt auf den Berg, macht eine Skitour, oder auch nur einen Abendspaziergang im Quartier. „Wenn ich einen ganzen Tag lang drinnen bleiben muss, halte ich es fast nicht aus.“ Die Natur wahrzunehmen, draussen unterwegs zu sein, das sei für ihn noch immer die beste Möglichkeit, Energien zu tanken und sich aufzuladen. Irgendwie, sagt er, habe das auch mit Sehnsucht zu tun. Wie seine Musik.

Pirmin Bossart
Programmzeitung Jazzfestival Schaffhausen 2004

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Chlingen, Tumli, Musflue, Mondmilchloch...

So heissen die Stücke auf Albin Bruns Pilatus-CD . Ich wäre wäre gern so nahe wie möglich an diese geheimnisvollen  Orte  herangegangen. Aber an der Talstation der Pilatus-Bahn hängt ein Schild: „Wegen starker Windverhältnisse geschlossen.“

 Auf dem Wegweiser steht: „Himmelrich: 30 Min. Pilatus 5 Std. 10 Min.“

Mal sehen, wie weit wir kommen. Der Schnee der vergangenen Tage hat sich in Matsch verwandelt, es regnet. Hier ist es fast windstill.  Doch kann man sich vorstellen, wie oben am Berg die Böen über die Grate pfeifen.

Auch wenn der Pilatus zu jedem durchschnittlichen Sightseeing-Programm gehört: Er ist kein gemütlicher Hausberg, sondern ein respektgebietendes alpines Felsenmassiv direkt vor der Stadt. „Fractus mons“, gebrochener Berg, hiess er früher.

Albin Brun kennt diese Gegend wie seinen Hosensack, er ist in Luzern, am Fuss des Pilatus aufgewachsen. „Ungezählte Male habe ich an seinen Hängen Pilze gesammelt, Tiere beobachtet, Wanderungen und Skitouren unternommen, Feuer gemacht und riskante Schlittenfahrten“ schreibt er im CD-Booklet. Der Vater war Mathematik- und Biologielehrer, er hat den Sohn ans Seil genommen, „und wenn ich heute mit meinen eigenen Kindern den Bandweg hochklettere, habe ich das Gefühl, dass da eine Beziehung über Generationen weitergegeben wird“.

 Im Jahre 1999  schrieb die Gemeinde Kriens einen Förderpreis für einheimische Kulturschaffende aus. „Ich sass an einem Abend auf der Terrasse und schaute zum sonnenbeschienenen Pilatus hinüber. Da hatte ich die Idee: Ich wollte mich musikalisch mit dem Berg auseinandersetzen“. Albin Brun gewann mit seinem Pilatus- Projekt den Förderpreis. Er begann sich sich mit Chüereihen, Alprufen und alten Melodien zu befassen. In seinem Atelier installierte er ein Mehrspurgerät und ein Mikrofon. Und er begann zu experimentieren, mit Saxophon ( seinem Hauptinstrument), Akkordeon, Gitarre, Spielzeugklavier, Flöten, Melodica, Didgeridoo, Perkussion, und mit der Stimme von Bruno Amstad, seinem langjährigen Improvisationspartner.

 Chastelendossen, Lauelenegg, Ruessiflue, Aemsigenplanggen... Die Namen klingen ihm als erinnerungsreiche Musik in den Ohren. Welche Musiksprache vermag sie in heutige Klänge zu übersetzen?  „Ich bewege mich seit Jahren im Jazz, dieser äusserst urbanen Musik. Aber mich zieht es auch weg von der Stadt, hinaus in die Natur. Oft empfand ich diese zwei Charakterzüge als Gegensätze.“ Eine Anekdote zu diesem Thema: Vor Jahren besuchte er einmal New York. Als er von dort zurückkam, erzählte er nicht von Jazzclubs und Bars, sondern von der Jamaica Bay, einem Naturschutzgebiet gleich beim JFK Airport, und von den Vögeln, die er in der Stadt beobachtet hatte: Büffelkopfenten, Weisskehlammer, Delawarenmöwen usw. Für Vögel ist die Stadt Natur. Und vielleicht ist die Luft das Element des Jazz: Trug nicht Charlie Parker, der grosse Altsaxofonist, den Uebernamen „Bird“? Wer weiss, ob nicht der Kronwaldsänger im Central Park Birds Melodien singt.

 Im Buholz, vor der erlebnisgastronomischen „Villa Durchzug“, zweigen wir nach rechts ab Richtung Graustein. Noch 4 Std. 45 Min. bis zum Pilatus.

Als  Albin Brun nach Jahren des Herumbummelns an der „Aki“ (Akademie für Schul-und Kirchenmusik in Luzern) die Aufnahmeprüfung machte, musste er am Klavier das Lied „Die Gedanken sind frei“ begleiten – spontan improvisierte er (ohne jede Klaviertechnik) eine zweite Stimme. „Er ist ein Musikant“ befand der Experte. Prüfung bestanden. Musikant, das ist ein leicht salziges Lob. Der Musikant ist der Strasse näher als dem Podium, als Frackträger kommt er jedenfalls nicht in Frage. Albin Brun ist mit der Folkbewegung der Siebziger Jahre gross geworden. Jahrelang spielte er autodidaktisch Mandoline, Bouzouki, Gitarre, Akkordeon, wohnte billig, verdiente sich sein Geld mit Auftritten an Feten und kleinen Festivals. „Ich kannte nur das Spielen, geübt habe ich eigentlich nie.“ Erst spät befasst er sich mit Harmonielehre und Musiktheorie, und erst nach der Ausbildung an der „Aki“ studiert er gründlich sein Hauptinstrument, das Saxofon. „Ich wollte  ein richtig kompletter Jazzmusiker werden, wollte mich in allen Stilrichtungen bewegen können“. Das Pilatus-Projekt hat ihn gezwungen, sich zu fragen, was er eigentlich will. „Ich merke, dass ich mit dieser Art Musik Position bezogen habe. Auf einmal werde ich mit etwas identifiziert“. Aehnlich wie sein früheres Vorbild Jan Garbarek hat er über den Jazz zurück zur Volksmusik gefunden. Diese neue Volksmusik ist vielfach gebrochen wie der fractus mons, und in ihr nisten die verschiedensten Vögel.

 Dass wir ein gestörtes Verhältnis zu unserer eigenen Tradition haben, gibt Albin zu denken. Schmerzhaft bewusst wurde es ihm einmal auf einer Tournee in Georgien. Er lauschte den schönen, komplexen Gesängen einfacher Leute. Und dann die Stunde des wahren Kulturaustauschs: Könnten nicht die Musiker aus der Schweiz ein Lied aus ihrer Heimat zum besten geben? Eine solche Bitte verwandelt eine Schar selbstbewusster Jazzmänner im Nu in ein Häufchen zaghafter Chorknaben.

Albin träumt von einer Musik, die uns wieder Lieder schenken könnte.. Chrienseregg.  3 Std. 30 Minuten bis zum Pilatus. Es schneit nass, ein kräftiger Wind geht. Hier fängt der Berg schon an zu singen.

Balts Nill
Spuren

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Albin Brun « Pilatus »

Soundtrack

Von der Rosegg via Ämsigenplanggen zum Mondmilchloch! Oder eher via Chastelendossen – Lauelenegg auf die Ruessiflue? Die Flurnamen auf dem Pilatus sind Musik. Der Luzerner Saxofonist Albin Brun hat sie beim Ton genommen, hat hingehört, wie der Berg klingt, hat das Echo gespielt.
"Pilatus" heisst Bruns erste CD unter eigenem Namen, und sie ist so eigenständig wie ihr Schöpfer. Brun ist einer, der zwischen alle Stühle und Bänke fällt mit seiner Kunst. Seine Musik entzieht sich dem schnellen Konsum. Kein amerikanischer Fastfood, sondern Innerschweizer Mostbrocken, zum Kauen.
Früher habe der Pilatus "Fraktus Mons" geheissen, was mit "gebrochener Berg" zu übersetzen sei, Flurnamen wie Fräkmünt erinnern noch daran. Der gebrochene Berg ist programmatisch für Bruns CD. Seine Klänge sind kräftig, unüberhörbar, trotzdem ist da nichts von Heimattümelei. Einflüsse aus der halben Welt sind hörbar, aber destilliert. Albin Brun hat einen schöneren und berückenderen Ton als fast alle Saxofonisten hierzulande. Und nicht nur das: Er spielt Akkordeon, Klavier, Flöten, und Perkussionsinstrumente miteinander und übereinander, manchmal hat er über ein Dutzend Spuren seines Aufnahmegerätes mit Klängen gefüllt. "Pilatus" macht Lust, diesen Berg zu entdecken.

Beat Blaser
Radiomagazin

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E' questa un'opera discografica realmente preziosa, un autentico monumento sonoro dedicato dal polistrumentista quarantaduenne Albin Brun alla vetta Pilatus. La montagna, vicino Lucerna, ha per il musicista elvetico un significato profondo, legato all'intero arco della sua esistenza ma la musica che scaturisce dai 24 frammenti che compongono il Cd è tutt'altro che solimpsitica ed autocelebrativa, in quanto vibra spesso di un respiro universale.
Brun dedica alla montagna una serie di autentici quadri, di vedute con una vocazione (amplificata dalla presenza di pregevoli foto in bianco e nero) di documentarista e di scrittore. Da un lato, infatti, egli riesce a riprodurre diversi paesaggi sonori operando con una serie di sovraincisioni; usa sassofoni (è eccellente al soprano ed al tenore), flauti ma anche strumenti legati al folclore alpino, strumenti giocattolo, percussioni, voci e talvolta si serve dell'apporto di Bruno Amstad. In questa accezione Albin Brun è un vedutista eccezionale ma come tutti i paesaggisti egli sa estrarre dallo spettacolo della natura significati altri, sa narrare, leggere in chiave metaforica gli elementi, cogliere messaggi profondi dalla luce e dalla terra in una dimensione ancora lontana - o almeno meno vicina - ai disastri ecologici.
La maestosità e la forza della montagna sono evidenti in Chilchsteine ma accanto ad essa compaiono nella loro vitale finitezza gli abitanti di questo ambiente (Chriesiloch). C'il senso di vertiginosa solitudine che si affaccia in Chlingen, subito riportato alla quotidianità dei pascoli in Tumli. L'album è un continuo oscillare tra una dimensione meditativa e solitaria (tutt'altro che new age…) e la realtà multicolore percepita con gli occhi della fantasia. Così il folclore creato da Albin Brun è al contempo immaginario e reale, come il suo personale ritratto del Pilatus che diventa una saga collettiva, quasi un'epoea dei rapporti tra l'uomo e l'ambiente montano. A tanta altezza d'ispirazione corrisponde la tecnica di realizzazione: Brun ha inciso con un solo microfono e volta per volta tutte le numerose tracce che gli sono servite per realizzare i brani. Il suono è, in effetti, sempre caldissimo, mai raggelato da manipolazioni elettroniche anche nei brani più complessi (12 sax tenori; tre tenori, due didgeridoo, flauto e percussioni e via almanaccando). Ad ascolti ripetuti "Pilatus" non perde nulla del suo fascino, anzi sembra acquistarne sempre più.

Luigi Onori
Black in Radio

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"The Pilatus, a well-known mountain near Lucerne in Central Switzerland, is named after the Roman governor Pontius Pilatus, whose tormented spirit haunted the place and caused many terrible storms - that is how the story goes.” The tunes are named after various places on the mountain and the booklet accompanying the CD has photographs of various spots on the mountain.
Throughout this release you have an underlying haunting theme with the sax usually taking the lead. This "mountain music” is offered to you by incorporating traditional "roots” music in a sometimes off-beat and quirky manner. You may hear the sound of droning similar to that of Tibetan monks, water falling, wind blowing, sheep baa-ing, and many other sounds that weave in and out to your surprise. At times I even felt I was in Switzerland. The music is moving and interesting - a special treat I promise!

Robin Taylor
The Improvisor

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Brun est un musicien suisse, qui utilise toute la gamme des saxophones, l'accordéon, la guitare, le piano, le didgeridoo, pour nous conter son amour de la montagne et surtout la région du Mont Pilatus (2'129 m), près de Lucerne. Ainsi, nous offre t-il dans son livret 24 photos, qu'il commente ensuite musicalement. Il est secondé dans cette histoire par le vocaliste Bruno Amstad. Ainsi, ce conteur musical helvétique nous transmet d'une façon traditionelle, folklorique avec la modernité qui s'impose, sa vision passionnée de ce sommet mythique et de ses environs. On s'y croirait.

Jazz Notes

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La légende raconte que l'esprit tourmenté de Ponce Pilate hante les pentes de cette montagne, au sommet moyennement élevé des Préalpes suisses (2120 m) près de Lucerne. Albin Brun semble plutôt y goûter une grande sérénité. Vingt-quatre pièces, accompagnées d'autant de photos du sommet et des pentes illustrent ce sentiment. Usant de divers instruments (divers saxophones, accordéons, voix, piano, percussions variées, didjeridoo, flûte) la plupart du temps superposés, Albin Brun cherche effectivement à traduire par des sons les impressions que lui suggèrent l'étagement des paysages que l'on rencontre sur les pentes des montagnes alpines. Herbages, alpages ou sols nus et rocheux...Seul un percussionniste, Bruno Amstad, lui prête quelquefois main forte dans l'élaboration de cette relation intime avec la nature. Alternent alors pour l'auditeur des pièces plus ou moins contemplatives, aux structures parfois répétitives, proches aussi de l'esprit de certains enregistrements usant du cor des Alpes (je pense notamment à ceux du Mytha de Hans Kennel, sur Hat Art!) d'autres pièces plus rythmées, souvent plus conventionnelles aussi, malheureusement. Chacune exprime toutefois une sorte d'interactivité entre la calme de ces paysages et l'état d'esprit d'un musicien qui parvient à partager ses émotions.

Pierre Durr
Revue


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