Albin Brun Alpin Ensemble
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PRESSE

Jazz Podium

„… erlangt das Album neben seiner musikalischen Klasse auch spirituelle Grösse.“

Liechtensteiner Volksblatt

„Sie legten ordentlich Drive vor, ihre Musik klingt äusserst farbig, melodiös und schöpft aus dem Vollen. Das Albin Brun Alpin Ensemble sorgte für ein begeistertes Publikum in der Tangente.“

Zentralschweiz am Sonntag

„Da ist sukzessive eine eigene Sprache gewachsen, ein spezifischer Umgang mit volksmusikalisch-jazzigen Einflüssen und eigenen Herztönen.“

KuL  - Kultur in Liechtenstein

„Transkulturelles Synapsen-Klangtraining vom Feinsten.“
(CD des Monats)

Die Weltwoche

„...eine zu allen Stimm- und Stimmungslagen entschlossene Truppe: mal wild, mal poetisch, weniger geschliffen, aber nicht weniger schön als die Alpsegen von Thierry Lang und Co.“

Jazz Links

„...mit inspirierter Leichtigkeit“

Kulturmagazin

 „...lassen die in der Musik angelegte Schönheit immer wieder durchs Surreale segeln.“

Zalp

„Bester Alpin-Jazz...“

Der Landbote

„Ein exquisites Quintett... Brun gehört zu den kreativsten Köpfen der Szene“

www.jazzfreunde.at

„Alles grossartig virtuos, lebendig... - kein Wunder reichte die Begeisterung der BesucherInnen bis in Gipfelhöhen.“

St. Galler Tagblatt

„...eine kühne Seilschaft...“

Neue Luzerner Zeitung

„Mit der Uraufführung seines Alpin Ensembles hat der Luzerner Musiker Albin Brun für einen Höhepunkt am Jazz Festival Willisau gesorgt. Das Publikum reagierte begeistert.“

Aargauer Zeitung

„Eigens für Willisau hat der Multi-Instrumentalist Albin Brun sein neues Programm konzipiert, das vom zahlreich erschienenen Publikum begeistert aufgenommen wurde.“

Tages-Anzeiger

„Leicht wie der Flug einer Bergdohle…“

Die Südostschweiz (pdf)

„Albin Brun verpackt die alpinen Klänge ins Jazzgewand“

Jazz n’ more

 „Mit sicherer stilistischer Hand mischt Brun die verschiedenen Ingredienzen bis hin zu experimentellen Spielformen: so entstehen lebendige, zeitaktuelle Kompositionen jenseits jeder anbiedernden Volkstümelei.“

Willisauer Bote

„Was andern Schweizer Bands trotz Virtuosität manchmal noch mangelt, hat Albin Brun erreicht: Das ist spürbar seine ureigene Musik, sozusagen sein persönlicher Daumenabdruck.“

Jazz n' more (pdf , 1MB)

Musikalischer Wanderer, Portrait Albin Brun

Liechtensteiner Vaterland

„…eine Verschränkung von Jazz und Volksmusik vom Feinsten.“

„… erlangt das Album neben seiner musikalischen Klasse auch spirituelle Grösse.“

Aus der Schweiz kommen in letzter Zeit einige interessante und hochklassige Produktionen von Musikern, die zumindest dem Rezensenten wenig bis gar nicht vertraut sind. Und auch das Albin Brun Alpin Ensemble ist eines dieser Projekte der Kategorie „Wundertüte“. Brun ist ein umtriebiger Komponist und Bandleader, ist als Strassenmusiker in ganz Europa und mit eigenen Gruppen in der halben Welt gewesen und kann somit aus einem reichen Erfahrungsschatz verknüpft mit einer umfassenden musikalischen Ausbildung – also dem perfekten Grundstock für eine erfolgreiche Jazzkarriere – schöpfen. Und mit diesen Voraussetzungen geht der Mann nun an die musikalischen Traditionen seiner Heimat. Klar, dass da der Grossvater erst einmal von der Alm gejagt wird – selbst wenn die Band der Besetzung nach ziemlich volkstümlich daherkommt. Gerade in dieser Volkstümlichkeit liegt ja ein Teil der Spannung des Albums. Muss es denn immer die E-Gitarre, das Keyboard, das was-auch-immer sein? Können wir das nicht genauso gut – wenn nicht gar besser – auf unseren eigenen Instrumenten? Sie können es sicher, das hier abgebrannte Feuerwerk zeigt es. Von volkstümlichen Einschlägen – es wird u.a. gejodelt – geht es über beinahe swingartigen Sequenzen und Hardbop-Einschläge geradewegs in Richtung Free Jazz und gelegentlich sogar Funk. Und so deckt die Kapelle mühelos dieses gesamte Spektrum ab, ohne auch nur einen einzigen Stilbruch. Das Album präsentiert im Übrigen unter dem Motto „Sphères Alpines“ einige wunderschöne Fotografien der Schweizer Bergwelten und in den ruhigeren Passagen ist sie tatsächlich zu spüren. Die Einsamkeit, die Ruhe, aber auch die Naturgewalt, der der Mensch nichts entgegenzusetzen hat. Und in diesen Momenten erlangt das Album neben seiner musikalischen Klasse auch spirituelle Grösse.

Markus Köhler

Jazz Podium

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Durchgeföhnter D-Zug - Albin Brun Alpin Ensemble fegte durch die Tangente

Sie legten ordentlich Drive vor, ihre Musik klingt äusserst farbig, melodiös und schöpft aus dem Vollen. Das Albin Brun Alpin Ensemble sorgte am Samstag für ein begeistertes Publikum in der Tangente.

Die Berge und die Natur würden ihn für seine Musik inspirieren, hat Albin Brun (Sax, Schwyzerörgeli) einmal gesagt. Aber was dabei herauskommt, ist keine Folklore, sondern eine höchst eigenwillige Melange aus folkloristischen Elementen und rasantem Jazz, der schon in Richtung Weltmusik geht. Denn mit der Neuen Volksmusik hat Albin Brun nichts zu tun, auch nicht mit patriotischem Alpenglühen.

Aber viel mit Jazz der melodiösen Sorte. Bruns Kompositionen entwickeln sich stets aus vollen Motiven, nichts bleibt dem Zufall überlassen, und dadurch wirken die Stücke von Anfang bis zum Schluss sehr präsent, ziehen das Publikum mit, setzen ihre Botschaften deutlich und mit farbigem, dicht gewobenem Drive ab.

Plastische Landschaften

Virtuos folgt das Ensemble – Patricia Draeger (acc), Christian Hartmann (b), Tobias Preisig (vio) und Marco Käppeli (dr) – auf die Reise durch musikalische Landschaften, und bei aller solistischen Brillanz stellt sich keiner in den Vordergrund, ist der gemeinsame Ausdruck immer die zentrale Note in den Kompositionen. Es hat schon fast etwas klassisch Programmatisches, wie sich Albin Brun seinen Motiven nähert. Bei einem Stück, das sich „Wind“ nennt, hört man tatsächlich plastisches Windrauschen, „Avalanche“ rollt daher wie eine echte Lawine, „Balz“ ist eine skurril-humoristische Mixtur aus Vogelgeräuschen, „Frakmont“  - eine musikalische Auseinandersetzung mit Albin Bruns Luzerner Hausberg, dem Pilatus – entwickelt sich zum alpinen Tanz mit rockigen Elementen. Überhaupt ist vieles in Albin Bruns Musik geradezu tanzbar. Und dann auch wieder völlig ungewohnt in den Stilkombinationen.

Aber wenn ein Appenzeller Zäuerli mit rasantem Jazz kombiniert wird, klingt das trotzdem völlig selbstverständlich und sorgt für spannende Kontraste, wenn Albin Brun seinen Wahnsinns-Drive am Saxofon vorlegt oder wenn Patricia Draeger für Outbreaks am Akkordeon sorgt. Aber genauso brilliert auch Violinist Tobias Preisig in seinen Solo-Passagen, mal ungebändigt, mal romantisch in einem rätoromanischen Nachtlied („Poem da Notg“).

Klangschön, melodiös, akzentuiert, dabei oft weich und durchkomponiert auch in den wilden Passagen – so lässt sich die Musik des Albin Brun Alpin Ensembles wohl am besten beschreiben. Das Publikum dankte mit sehr grossem Applaus.

Johannes Mattivi

Liechtensteiner Volksblatt

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Der Berg ruft, das Alpin-Ensemble ruft zurück

Mit „Sphères Alpines“ erobert der Luzerner Musiker Albin Brun ein neues Gebiet seiner persönlichen Bergmusik. Die CD ist ein Echo seiner langjährigen Arbeit.

Felsnadeln ragen aus den milchigen Nebel-Schnee-Gespinsten des Graustocks, im Grenzgebiet von Bern, Obwalden und Nidwalden. Die Stimmung ist eher mystisch als eidgenössisch, aber für Esoteriker trotzdem zu rau: Das Coverfoto seiner aktuellen CD hat Albin Brun diesen Winter auf einer seiner Skitouren in der Innerschweiz aufgenommen.

Die Atmosphäre des Fotos trifft die Stimmung der Musik, die das Alpin-Ensemble von Albin Brun auf „Sphères Alpines“ intoniert. Bei aller Liebe zu den vertraut-heimatlichen Melodien werden doch immer wieder sanft Grenzzäune verschoben. Albin Brun kombiniert Überliefertes mit Eigenem, frisiert das Archaische mit dem Blick von heute und mischt alpine Ausprägungen mit Elementen aus anderen musikalischen Traditionen.

„Die Berge und die Natur inspirieren mich stark für meine Musik“, sagt Brun, der im Sommer und Winter oft in der näheren Bergwelt unterwegs ist. Die archaischen Schweizer Melodien böten viel Potenzial. „Das ist für mich noch lange nicht ausgeschöpft.“ Bruns Arbeit hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich auf eine Musikalisierung seiner Bergerlebnisse fokussiert. Daraus ist sukzessive eine eigene Sprache geworden, ein spezifischer Umgang mit volksmusikalisch-jazzigen Einflüssen und eigenen Herztönen.

Erstmals deutlich zum Ausdruck brachte er diese Tonalität mit Albins Alpin Quintett und dessen „Pilatus“-CDs aus den Jahren 2001 und 2003. Schon 1995 wurde er mit einem Werkbeitrag von Stadt und Kanton Luzern und 1999 mit dem Förderpreis der Gemeinde Kriens ausgezeichnet. Seine neue Band – das Albin Brun Alpin Ensemble – dringt noch ausgefeilter in diese Klangwelten ein. Prägende Stimmen sind die Akkordeonistin Patricia Draeger und der Violinist Tobias Preisig. Bass spielt Christian Hartmann, Schlagzeuger ist Marco Käppeli, mit dem Brun schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet.

 

Mit dieser Formation bringt Albin Brun sein Fluktuieren zwischen den stilistischen Welten auf einen aktuellen Punkt. Er kombiniert, was auf Anhieb nicht zusammengehört, oder versieht eine Melodie mit einer ganz anderen Begleitung. Mit solchen Kontrasten öffnet er neue Zugänge für die Klangwelt des einheimischen Volksmusik-Genres, ohne damit Politik machen zu wollen. Mit dem patriotischen Alpenglühn hat er nichts am Hut, und die Neue Volksmusik ist ihm suspekt, weil er sie oft als etwas konstruiert empfindet.

So steht Albin Brun auch zwischen den Bergen der Tradition und den Tälern der zeitgenössischen Lehre. Er beleuchtet einerseits die traditionellen Quellen neu und findet einen neuen Zugang dazu – andererseits möchte er aber auch urbaner geprägte Erfahrungen und seine Liebe zum Jazz einfliessen lassen. „Ich will nicht auf Biegen und Brechen modernisieren. Es muss eine Musik sein, die in sich stimmt, die eine Seele hat, ein Geheimnis.“

Als ehemaliger Folkie der Siebzigerjahre hat sich Brun aber auch sein Interesse an der Begegnung mit anderen Kulturen bewahrt. Mit dem Frauen-Vokal-Trio Akana aus Weissrussland hat er ein Austauschprojekt am Laufen. Und mit Patricia Draeger war er vor einem Monat auf Einladung des Oud-Spielers Georges Kazazian in Ägypten. Ob mit seinen Alpin-Projekten, mit dem (wunderbaren) NAH Trio, im Duo mit Bruno Amstad oder als Theatermusiker: Albin Brun ist gefragt wie noch nie. „Ich bin enorm glücklich, wie alles läuft. Ich habe viele Möglichkeiten, meine Sachen vorzustellen. Das empfinde ich als riesiges Privileg.“

Pirmin Bossart

Zentralschweiz am Sonntag

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«Poetisch, wippend und mit einem inneren Lächeln»

 

Beim Jazzfestival in Willisau hat das «Albin Brun Alpin Ensemble» restlos begeistert. Das von Multiinstrumentalist Brun eigens für Willisau konzipierte Programm «Sphères Alpines» gelangte unter Mitwirkung von Patricia Draeger (Akkordeon, Stimme, Obertonflöte), Tobias Preisig (Violine), Christian Hartmann (Kontrabass) und Marco Käppeli (Schlagzeug) zur Uraufführung. Im Gegensatz zu «Fernsicht» (Schwyzerörgeli, Tuba, Schlagzeug – 2009) beschreitet Brun (Saxofone, Schwyzerörgeli, Obertonflöte) in Sachen Besetzung hier einen etwas konventionelleren Weg. Das sich bietende Klangbild des Quintetts bleibt dennoch unverwechselbar. Mit ihren wachen Klang- und Rhythmus-tentakeln umspannen die Musiker die musikalischen Weiten, mal in sanftem, dann wieder heftigem Groove. Ob nun melancholisch-introvertiert, energetisch-zuckend oder straight: Die Schweizer Volksmusik bleibt stets wie hinter einer opak schimmernden Fläche als Klangsilhouette hörbar. In diesen «kultur- und stildurchlässigen » Kompositionen schwingt sie als rhythmische Idee, in naturtonbesticktem Gewand oder einfach im alpentypischen Klangidiom einiger Instrumente mit oder stellt sich selbstbewusst in den Mittelpunkt. Der Versuch einer Kategorisierung dieser Musik kann nur scheitern. Dennoch ist es spannend, mit wachen Ohren den alles andere als willkürlich verquickten Ingredienzien nachzuspüren, welche das Gehörte zu einer persönlichen, zeitgemässen Volksmusik werden lässt, die dank Bruns genialer Mitmusiker adäquat zur Umsetzung gelangt. Transkulturelles Synapsen-Klangtraining vom Feinsten.

Denise Kronabitter

KuL (Kultur in Liechtenstein)

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Alpsegen und andere imaginäre Folklore

 

(...) Das Gegenstück kommt vom Luzerner Albin Brun und seinem Alpin Ensemble. Auch es ist abseits der zuweilen etwas allzu ergriffen zelebrierten Urmusig-Folklore, aber auf der andern, on the wild side. Näher bei der „imaginären Folklore“, in welcher „Authentizität“ nicht imitiert oder zitiert sein will (ein Widerspruch in sich), sondern hergestellt. Mit oft aus den freieren Bereichen des Jazz stammenden Mitteln stemmt es sich gegen des widerspenstig Alpinen Zähmung. Brun, selbst hauptsächlich an den Saxofonen, hat mit Tobias Preisig (Violine), Patricia Draeger (Akkordeon, Vocals), Christian Hartmann (Bass) und Marco Käppeli eine zu allen Stimm- und Stimmungslagen entschlossene Truppe: mal wild, mal poetisch, weniger geschliffen, aber nicht weniger schön als die Alpsegen von Thierry Lang und Co.

Peter Rüedi

Die Weltwoche

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Der Luzerner Saxofonist und Örgeler Brun hat sein Alpin Ensemble letztes Jahr am Jazzfestival Willisau vorgestellt und dafür durchwegs begeisterte Presse eingeheimst. Er und seine handverlesenen Mitmusiker schaffen eine unverwechselbar eigene Verbindung von Volksmusik und Jazz, von Tradition und Moderne. Wie bereits auf seinem ‚Pilatus’- Projekt und mit dem ‚NAH Trio’ schafft er diesen Spagat mit inspirierter Leichtigkeit.

Jazz Links

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Jazz am Berg

In seiner „Pilatus-Suite“ hat Albin Brun eine so einfache wie eindringliche Hommage an den Luzerner Hausberg gespielt. Im NAH Trio hat sich der Luzerner Musiker ans Schwyzerörgeli gesetzt und mit Marc Unternährer an der Tuba und Andy Aegerter am Schlagzeug eine freihändige und erquickte neue Volksmusik entworfen. Mit dem Alpin Ensemble, das er vor zwei Jahren am Jazzfestival Willisau vorstellte, ist Albin Brun zurück am Saxofon, und prompt ist die Musik wieder elegischer und auch konzeptioneller. Auf der ersten CD des Ensembles hören wir zehn Kompositionen, die das Bergpanorama, das Titel und Cover versprechen, mal zu kubistischen Bildern verrücken, mal jazzig verpixeln. Zwar sind da die weit geschwungenen Melodien, wie sie typisch sind für den Saxofonisten Brun; aber die fein gehackten Volksmusikalien von Patricia Draeger am Akkordeon, die vertrackten Grooves von Christian Hartmann am Bass und Marco Käppeli am Schlagzeug und die äusserst subtilen, klangmalerischen Fresken des Geigers Tobias Preisig lassen die in der Musik angelegte Schönheit immer wieder durchs Surreale segeln. Eine neue Band von Albin Brun – und wieder ein neuer Blick auf die Verwitterungen und Erosionen am volksmusikalischen Berg.

Christoph Fellmann

Kulturmagazin

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Wippen ist der schönere Teil des Schunkelns

Nimm das Esoterische vom Sphärischen, schmeiss es über die Lautsprecherkante und schon wippt es dir in Beinen und Flügeln. Die Melodiebögen orientieren sich am Geröll, an der Gletscherzunge, am Sonnenbrand und am Gewitter, fegen um die Felskanten, brausen die Alpweide hinunter. Manche Töne lecken am Edelweiss oder sägen am Horn des Steinbocks. Wer bei diesen Worten noch keine Musik hört, der kaufe die CD. Bester Alpin-Jazz mit Sax, Schwyzerörgeli, Geige, Obertonflöte, Kontrabass und Schlagzeug.

Giorgio Hösli

Zalp

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Heimatgefühle können kompliziert sein

Viel war die Rede von einer «neuen Volksmusik». Beim Albin Brun Alpin Ensemble lohnt es sich, genauer hinzuhören. Am Mittwoch tritt das exquisite Quintett im Theater am Gleis auf.

Wenn im «Poem da Notg», nach den erdigen, volksliedhaften Choralakkorden von Albin Bruns Schwyzerörgeli, Tobias Preisigs Violine zu sprechen anhebt, fast stammelnd zu Beginn, dann immer weiter ausgreifend ihre Schleifen ziehend: Dann meint man in dem zweifellos romanischen «Gedicht zur Nacht» vielleicht auch einen Hauch von Balkan zu vernehmen. «Sphères alpines» heisst das Album des Albin Brun Alpin Ensembles. Es enthält zehn Kompositionen des Luzerner Multiinstrumentalisten Albin Brun, der zu den kreativsten Köpfen der Szene zählt. Sie gehen zurück auf einen fulminanten Auftritt des Quintetts am Jazzfestival Willisau 2008, von dem für einmal nicht nur die Kritiker begeistert waren, sondern auch das Publikum. Seither ist die Formation unterwegs. Im Dezember 2009 ging sie mit den Stücken in Zürich ins Radiostudio.
Spielt man die CD auf dem Computer ab, so meldet iTunes altklug: «Folk». Darauf möchte man entgegnen: «Jazz». Denn Ersteres führt schon sehr nahe an ein verbreitetes Missverständnis heran, während sich Letzteres an der Musik belegen lässt.
Mehr als auch schon wurde in den letzten Jahren auf Schweizer Bühnen georgelt und gejodelt, geblasen und gestrichen. Von der erztraditionellen Stubete bis zur akademisch ausgetüftelten Avantgarde, vom «Schacher Seppli» im Fernsehen und Grand Prix der Volksmusik im Hallenstadion bis zum mehrtägigen Festival für Fortgeschrittene: Die Renaissance der Volksmusik schien alle musikalischen Geschmacksrichtungen zu erfassen bis hin zum Schlager-Rapper Bligg, der mit der Integration von Appenzeller Hackbrettklängen bewies, dass sich mit dem Label «Heimat» auch ganz gut Kasse machen lässt.
Spätestens wenn Patricia Draeger im dritten Stück auf «Sphères alpines», dem anfangs zwischen Tanz und Marsch changierenden «Gadasè!», zu jodeln beginnt, scheint der Fall klar zu sein. Zumal weil hier, wie es in einer Notiz heisst, ein Teil des traditionellen Appenzeller Zäuerlis mit dem schönen Titel «Ees zom Öberefaahre» verwendet wird, kann es sich eigentlich nur um einen neuerlichen Versuch handeln, überliefertes «Volksgut» zu «aktualisieren». Doch gerade dies ist hier nicht der Fall. Sonst könnte sich Albin Brun nicht mit dem Saxofon an die Fersen der Jodlerin heften, dass es sich anhört wie ein währschafter «Zusammenstoss der Kulturen». Denn so etwas ist nur im Jazz erlaubt.
In Tat und Wahrheit sind die Übergänge zwischen den Stilen natürlich fliessend und Diskussionen über richtige Bezeichnungen unergiebig. Und doch kann es sich lohnen, kurz darüber nachzudenken, was Albin Brun anders macht als viele, die sich mit ein paar Takten Volksmusik schmücken. Es geht ihm nicht darum, Altes aufzufrischen. Vielmehr lässt er sich davon zu eigenen Schöpfungen anregen. So entsteht etwas Neues, in einem neuen Sinn Heimatverbundenes. Im «Poem da Notg» etwa erscheint dieses merkwürdige Ding Heimat schillernd vor Mehrdeutigkeit, die Scholle trieft sozusagen vor Fernweh. Mag durchaus sein, dass es sich bei traditioneller Musik gerade ebenso verhält. Aber ob wir noch imstande sind, es zu hören, darf man bezweifeln. Brun macht in seinen Kompositionen im Ausgangsmaterial vorhandene, komplizierte oder zumindest nicht fadengerade Gefühle wieder hörbar.
Vor allem aber ist es die Spiellust des Ensembles, die in Bann zieht. Im witzigen «Frogsiobsi obsisig» genauso wie im anfangs wie auf Stelzen daherkommenden «Balz», einem clownesken Stück, das an gewissen Stellen ein wenig an den funkigen Miles Davis der frühen 1980er-Jahre erinnert.
Das erste Stück des Album heisst übrigens «Wind». Ein stimmiger Beginn. Vermag so ein rechter Wind doch alte Staubschichten fortzublasen und macht ebenso wenig vor Grenzen halt wie die musikalische Neugier, die immer wieder dafür sorgt, dass uns die Ohren nicht einschlafen.

Helmut Dworschak

Der Landbote

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Musikalischer Gipfelsturm in der PKS Villa

Das Albin Brun Alpin Ensemble macht seinem Namen alle Ehre und führte das Publikum quasi als musikalische Sherpas zu ungeahnten Hörgipfeln.

Für dieses Schweizer Musik – Berg Erlebnis braucht es keine Steigeisen, keine Kletterausrüstung und gar Sauerstoffgeräte. Man muss sich nur auf diese wunderbaren Jazz-musikalischen BergführerInnen einlassen und sie führen uns vollkommen gefahrlos zu bisher noch nie erklommenen Hör- und damit auch zu Gefühlserlebnissen.

Albin Brun, einer der profiliertesten Schweizer (Jazz) Musiker, lässt sich grundsätzlich von „seiner“ Schweizer Volksmusik inspirieren, von der Stimmung und dem Songaufbau sowieso, aber auch vielmehr von der Instrumentierung. Sein Spiel auf dem Schwyzerörgeli (was für eine tolle Wortschöpfung im Rahmen der deutschen Sprache!!) war schon eine einmalige Sache. In diesem Zusammenhang war vor allem das „blinde“ Verständnis mit seiner Akkordeonmusikerin Patricia Draeger auffallend und beeindruckend. Selten so Variantenreiches auf den zwei „Schifferklavieren“ gehört.

Lichtjahre entfernt von Volkliedklischees alpinen Ursprungs. Dazu trug auch bei, dass die Songauswahl von „alpinangehauchten“ Stücken bis zu internationaler Weltmusik reichte.

Alles großartig virtuos, lebendig, manchmal sehr melodiös, smooth und vor allem „echt“ vorgetragen – kein Wunder reichte die Begeisterung der BesucherInnen bis in Gipfelhöhen.

Dazu beigetagen haben die beiden Rhythmiker Claudio Strebl und Marco Käppeli an den Drums mit ihrem grundsoliden rhythmischen Fundament.

Schönes persönliches und musikalisches Verständnis zwischen den „Svizzeri“.

So entstand an diesem gemütlichen und vor allem stimmungsvollen Abend in der „Engleiten“ ein großes Wohlgefühl bei den Musikern und noch mehr beim Publikum. Großer Applaus war nur ein kleines Dankeschön für ein wunderbares musikalisches Engagement seitens des Alpin Ensembles.

Bei den vielen musikalischen „Höhenerlebnissen“ gab es keinerlei „Höhenkoller“ aber durchaus ein rauschartiges Erlebnis wie in mindestens 5000 Höhenmetern.

Der „Abstieg“ in die Untiefen des Alltags fiel nicht allzu leicht und die musikalische Essenz des Alpin Ensembles hatte noch einen langanhaltenden Nachhall weit über diesen Abend hinaus.

Abschließend sei gesagt: Ein tolle und für viel Verständnis sorgende Botschaft vom kleinen Nachbarn im Westen mit der großen individuellen Note.

Der (musikalische) Schweizer Wechselkurs war an diesem Abend abseits der ökonomischen Weltlage und neben dem limitierten Kursverhältnis mehr als grundsolide. So braucht man sich um die (musikalische) Exportbilanz der Schweiz keinerlei Gedanken machen!

Roland Holzwarth

www.jazzfreunde.at

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Wind und Wetter

"Windgeräusche am Anfang, ein veritabler Lawinenabgang zum Schluss: Berglerische „Sphärenmusik“, wie es der Titel verspricht, umrahmt die jüngste Produktion des Saxophonisten und Multiinstrumentalisten Albin Brun. In einer kühnen Seilschaft mit dem Ostschweizer Jazzgeiger Tobias Preisig, Akkordeonistin Patricia Draeger sowie Christian Hartmann, Bass, und Marco Käppeli, Schlagzeug, besteigt Brun die Volksmusikberge auf eigenen Routen, ohne dabei die überlieferten Ankerhaken auszulassen – etwa ein Zäuerli im Stück „Gadasè“ oder Lüpfiges aus der Innerschweiz. Faszinierende Erstbesteigung: das Stück „Frakmont“ mit geheimnis-umwitterten Obertonflöten."

Peter Surber

St. Galler Tagblatt

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Alpine Jazz-Fantasien

„Mit der Uraufführung seines Alpin Ensembles hat der Luzerner Musiker Albin Brun für einen Höhepunkt am Jazz Festival Willisau gesorgt. Das Publikum reagierte begeistert. Brun hat abwechslungsreiche Stücke geschrieben, die sich an Melodien und Stimmungen der Schweizer Volksmusik orientieren. Statt bloss ein lüpfig-queres Jazzmäntelchen darüberzustreifen, hat es das Ensemble geschafft, mit dem alpinen Material eine neue Verbindung zu schaffen, die so musikalisch interessant wie emotional berührend war.“

Pirmin Bossart

Neue Luzerner Zeitung

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Mit Lust und Witz

Eigens für Willisau hat der Multi-Instrumentalist Albin Brun sein neues Programm konzipiert, das am Donnerstag vom zahlreich erschienenen Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Diese neue Folklore helvetischer Ausprägung, die international an die Folclore imaginaire eines Louis Sclavis oder das italienische Pendant à la Gianluigi Trovesi oder Gabriele Mirabassi erinnert, hat Kopf und Bauch und Zukunft obendrein. Im zweiten Teil stiess der Stimmakrobat Christian Zehnder zum Quintett und es kam in einem packenden Impro-Austausch mit dem jungen Violinisten Tobias Preisig zu einem ersten echten Highlight des Festivals.

Ruedi Ankli

Aargauer Zeitung

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Willisau liebt auch die Schweizer

Auch mit seiner neuen Formation Alpin Ensemble findet der Innerschweizer Saxofonist und Multiinstrumentalist Albin Brun den eigenen Ton wie auf seinen wundervollen Alben „Pilatus“ (2001) und „Pilatus-Suite“ (2003). Unverwechselbar ist das Klangbild des Sextetts, das geprägt wird von den Violintönen des ausgezeichneten Tobias Preisig und der Akkordeonistin Patricia Draeger. Leicht wie der Flug einer Bergdohle entfalten sich die Stücke über Harmonien, die sich am Volkstümlichen orientieren.

Christoph Merki

Tages-Anzeiger

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34. Jazzfestival Willisau

Dass Neugier und Eigensinn auch in der Musik herkömmlicher Machart möglich sind, zeigte am Donnerstag der Saxofonist und Komponist Albin Brun. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Volksmusik, die in seiner Luzerner Umgebung gewachsen ist; aber: Ihm liegt wenig daran, das alte Liedgut neu aufzupeppen. Er lässt sich von den traditionellen Klängen und Melodien zwar inspirieren, folgt aber dabei ganz seinen eigenen musikalischen Intentionen.

Nach zwei „Pilatus“- Projekten hat Brun für Willisau ein neues Programm für ein hervorragend besetztes sechsköpfiges Orchester geschrieben. Mit sicherer stilistischer Hand mischt er die verschiedenen Ingredienzen bis hin zu experimentellen Spielformen: so entstehen lebendige, zeitaktuelle Kompositionen jenseits jeder anbiedernden Volkstümelei. Und natürlich setzt Brun noch mehr als eh auf die solistischen Qualitäten seiner neuen Musiker. Mit Christian Zehnder, dem Vokaltüftler von Stimmhorn, dem jungen, virtuos swingenden Geiger Tobias Preisig und der Akkordeonistin Patricia Draeger hat Brun drei neue Musiker, die sich perfekt in dieses Spielkonzept einfügen, Traditionelles unbefangen mit Neuem mischen und mit glanzvollen Soli brillieren.

Christian Rentsch

Jazz ’n’ more

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Albin alpin

Albin Bruns Alpin Ensemble war neben OM die eindrücklichste Schweizer Formation. Brun schaffte es, mit neuen Kompositionen aus Elementen der Volksmusik und Jazz das Publikum nicht nur zu begeistern, sondern auch zu berühren. Was andern Schweizer Bands trotz Virtuosität manchmal noch mangelt, hat Albin Brun erreicht: Das ist spürbar seine ureigene Musik, sozusagen sein persönlicher Daumenabdruck.

Pirmin Bossart

Willisauer Bote

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Die Wiederentdeckung des Alpenlandes

Eine gehörige Portion Bergstimmung brachte das Albin Brun AlpinEnsemble mit auf die Bühne der Tangente in Eschen.

Wenn Musikerinnen und Musiker folkloristische einflüsse aus dem Orient, aus Indien oder Nordalaska einfliessen lassen, dann spricht man schnell einmal von Weltmusik und staunt ob der tollen und raffinierten Erdgebundenheit. Stammt der musikalische Einfluss aber aus dem Alpenland, dann ist es keine Weltmusik mehr, sondern lediglich ein Volksmusikverschnitt. Lange Zeit hatten sowohl viele Musiker als auch viele Zuhörer ein sehr gespaltenes Verhältnis zur eigenen Volksmusik. (…) Und dennoch gab es immer auch die Ahnung, dass doch auch in den Alpen ein reicher Schatz an Musik vorhanden sein muss, eben eine ganze Welt an Klängen, derer man sich doch nicht zu schämen braucht. Einer der Pioniere der musikalischen Heimatrettung ist auf Schweizer Seite der Luzerner Albin Brun.

Die Bergwelt als Kraftort

Albin Brun hat etliche Projekte in dieser Richtung laufen. Eines davon, ein sehr jazziges, ist das Albin Brun Alpin Ensemble. Das sind fünf hochkarätige Musiker – alle bringen sowohl ein unverkrampftes Verhältnis zu Volksmusik-Spieltechniken als auch substanzielle Erfahrung im jazzigen Interplay mit in das Ensemble. Bruns spannende Kompositionen und Arrangements bilden den Nährboden. Was aus dieser Konstellation entsteht, ist eine Verschränkung von Jazz und Volksmusik vom Feinsten. Ganz im positiven Sinne des Begriffs eine Weltmusik. 

Arno Oehri

Liechtensteiner Vaterland

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